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Liebesfilm „Whatever happens“: Nichts hält bis in alle Ewigkeit

Von Sylvia Hoeks und Fahri Yardim zeigen unter der Regie von Niels Laupert, wie das Glück der Zweisamkeit entstehen und dann vergehen kann.
„Ich hab’ den Job!“ Eine reine Bettgeschichte ist das zwischen Hannah (Sylvia Hoeks) und Julian (Fahri Yardim) nicht. Eher eine Liebesgeschichte mit nicht ganz glücklichem Ende. „Ich hab’ den Job!“ Eine reine Bettgeschichte ist das zwischen Hannah (Sylvia Hoeks) und Julian (Fahri Yardim) nicht. Eher eine Liebesgeschichte mit nicht ganz glücklichem Ende.

Was auch immer geschieht („Whatever happens“), wir halten zusammen. Mit diesem Vorsatz beginnt beinahe jedes Paar seine Zweisamkeit. Wenn dann alles gut läuft, irgendwann ein Kind dazukommt und schließlich trotzdem die Trennung ansteht, ist meist auch weiterhin von Zusammenhalt die Rede. Doch hat sich die Grundlage völlig verändert. Aus den Scherben eines Polterabends, die lebenslanges Glück versprechen, ist der Scherbenhaufen einer zerbrochenen Familie geworden.

Wie so etwas passiert, ohne dass die Beteiligten wirklich verstehen, wie es so weit kommen konnte und was sie dagegen hätten tun können, erzählt Niels Laupert in seinem sehr einfühlsamen, zugleich ruhigen und doch bewegten Film. Der in Frankfurt geborene Regisseur (42), Absolvent der Münchner Filmhochschule, inszeniert nach seinem eigenen Drehbuch keine großen Dramen, sondern kleine Zwischenfälle, wenn er Hannah und Julian erst behutsam zueinander bringt und dann allmählich wieder auseinandertreiben lässt. Julian (Fahri Yardim) ist freischaffender Fotograf, Hannah (Sylvia Hoeks) Juristin. Kennengelernt haben sie sich bei der Wohnungssuche. Der Vermieter führte sie durch die Räume, hielt sie für ein Paar, und so machten sie aus diesem Irrtum spontan eine Zweier-WG, in der sich alles weitere dann ergab. Im verflixten siebten Jahr räumen die beiden nun die Umzugskisten raus und streichen die Wände, die so viel von ihrer Liebe gesehen haben. In der Rückschau wird erzählt, wie Hannah einen Job in Frankfurt annimmt, während Julian in München bleibt und die kleine Tochter erzieht. Die Entfremdung nimmt immer mehr zu. „Wenn Kommunikation nicht klappt, passiert – gar nichts“, erkennt Hannah, als es für die Beziehung schon zu spät ist.

Regisseur Laupert lässt die Gefühle aus den Gesichtern sprechen und vermittelt mit schlichten Bildern sowie knappen Sätzen die Unsicherheit in den Menschen und Verhältnissen. Dabei könnte er kaum bessere Helfer haben als Kameramann Markus Nestroy mit seinen Nahaufnahmen sowie die Hauptschauspieler. Sylvia Hoeks, die es bereits nach Hollywood geschafft hat („Blade Runner 2049“) ist die von beruflichem Ehrgeiz angetriebene Zerbrechlichkeit in Person. Fahri Yardim setzt dem eine unmittelbare Impulsivität entgegen. Er verkörpert eine Männlichkeit, die Empfindsamkeit zulässt, ohne sich aufzugeben. Das verflixte siebte Jahr kann eben eine sehr komische Angelegenheit sein, wie bei Billy Wilder, oder eine sehr ernste, wie hier. Sehenswert

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