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Rachethriller „A beautiful Day“: Nur Liebe heilt die Wunden des Krieges

Von Die amerikanische Regisseurin Lynne Ramsay hat einen Film inszeiert, der in vielerlei Hinsicht an das Meisterwerk „Taxidriver“ erinnert.
Der ehemalige Afghanistan-Soldat Joe (Joaquin Phoenix) hat die entführte kleine Nina (Ekaterina Samsonov) aufgestöbert. Der ehemalige Afghanistan-Soldat Joe (Joaquin Phoenix) hat die entführte kleine Nina (Ekaterina Samsonov) aufgestöbert.

Ein traumatisierter Veteran, der ein Mädchen aus den Fängen der Unterwelt befreien will – dieses Szenario kennt man seit dem Jahr 1976. Damals feierte Martin Scorseses düsteres Meisterwerk „Taxi Driver“ Premiere. Robert De Niro spielte den Anti-Helden Travis Bickle, Gottes einsamsten Mann, auf der Suche nach Erlösung im nächtlichen New Yorker Asphaltdschungel. Regisseurin Lynne Ramsay („We need to talk about Kevin“) liefert eine moderne Variante des Klassikers ab. Statt eines Vietnamkämpfers steht ein Heimkehrer aus dem Afghanistan-Krieg im Mittelpunkt. Wie einst Travis Bickle ist auch der zauselbärtige Joe (Joaquin Phoenix) ein einsamer, von Erinnerungen gequälter Wanderer in der Stadt, die niemals schläft. Der Ex-Soldat und ehemalige FBI-Agent hat es sich zur Aufgabe gemacht, junge Frauen vor Sex-Händlern zu retten und Kinderschänder zu bestrafen. Als er von Senator Votto (Alex Manette) angeheuert wird, dessen entführte Tochter Nina (Ekaterina Samsonov) zu finden, deckt Joe eine Verschwörung auf, in die höchste politische Kreise verwickelt sind. Und der Mann mit dem Vorschlaghammer nimmt keine Rücksicht auf die Würde des Amtes, wenn er nach Gerechtigkeit dürstet.

Die wenigen expliziten Gewaltszenen in „A beautiful Day“ (Originaltitel: „You were never really here“) könnten für manchen Zuschauer schwer erträglich sein, verkommen jedoch niemals zum Selbstzweck. Lynne Ramsay inszenierte keine Horror-Schlachtplatte, sondern eine zeitkritische Reise ins Herz der Finsternis, das hinter der Fassade des amerikanischen Spießbürgertums schlägt. Der Thriller verbreitet von der ersten Minute an eine verstörende, mitunter bitterböse Atmosphäre und rauscht dahin wie ein Fiebertraum. Es gibt mitreißende Kamerafahrten – und nicht zuletzt einen Hauptdarsteller, der die vielleicht beste Leistung seiner Karriere an den Tag legt. Joaquin Phoenix („Walk the Line“) tobt als Naturgewalt durch die Rächer-Story und vollbringt es gleichzeitig, durch minimalistisches Mienenspiel den gebrochenen Charakter des Einzelkämpfers auszuspielen. Joe ringt nicht allein um das Leben der kleinen Nina – es ist seine Seele, die auf dem Spiel steht. In der Beziehung zwischen Killer und Kindfrau spiegelt sich die poetische Botschaft des Films: Die Wunden des Krieges vermag allein die Liebe zu heilen. Herausragend

In diesen Kinos

Frankfurt:: Berger (D+E), Harmonie (D+OmU), Metropolis (E).
Limburg: Cineplex

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