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„Spider-Man: Homecoming“: Nur noch schnell die Welt retten

Von In diesem Neustart der Film-Serie muss sich Spider-Man erstmal hineinfinden in die Rolle des Superhelden und sich vertraut machen mit den Superkräften, die ihm zur Verfügung stehen.
Spiderman Peter Parker (Tom Holland) muss sich auch schon mal in einer Betonröhre verstecken, um seinem Auftrag als Weltenretter gerecht werden zu können. Foto: Sony Pictures Germany (Sony Pictures Germany ) Spiderman Peter Parker (Tom Holland) muss sich auch schon mal in einer Betonröhre verstecken, um seinem Auftrag als Weltenretter gerecht werden zu können.

Spider-Man ist der einzige Superheld, der über ein Mindesthaltbarkeitsdatum verfügt. Mit regelmäßigem Workout und ein paar Botox-Spritzen können Kollegen wie Robert Downey Jr., Chris Hemsworth und Chris Evans noch die nächsten zehn Jahre in den „Iron-Man“-Anzug steigen, den „Thor“-Hammer schwingen oder das „Captain America“-Schild hochhalten. Aber Spider-Man ist per Definition ein jugendlicher Held, den man sich als Mann in den besten Jahren nicht recht vorstellen kann. Die körperlichen Verwandlungen, die Peter Parker nach dem Spinnenbiss durchlebt, sind seit jeher eine Metapher für den unwillkürlichen Hormonterror der Pubertät und die Abenteuer des Helden auch immer Teil eines Reifungsprozesses hin zum Erwachsenwerden.

Agiles Kerlchen

Kein Wunder, dass das Franchise in 15 Jahren nun schon den dritten Neustart über sich ergehen lassen muss. Dreimal schwang sich Tobey Maguire unter der Regie von Sam Raimi durch die Hochhausschluchten New Yorks. Mit „Amazing Spiderman“ brachte es Nachfolger Andrew Garfield nur noch auf zwei Folgen und wird nun von dem bisher jüngsten Spider-Man-Darsteller Tom Holland (21) abgelöst.

Die Jugendlichkeit des Schauspielers ist der Schlüssel für die Frische dieses dritten Neuanfangs. Denn eigentlich ist dieser „Spider-Man“ noch ein „Spider-Boy“ mit all den Problemen, die ein 15-jähriger Schüler hat – von der Ausbildung zum Superhelden ganz zu schweigen. Seinen ersten Auftritt hatte das agile Kerlchen bereits in „Captain America: Civil War“, woran zu Beginn von Jon Watts „Spider-Man: Homecoming“ ein Smartphone-Video erinnert, das der aufgeregte Junior-Superheld selbst gedreht hat. Seitdem fristet Peter Parker wieder sein ordinäres High-School-Dasein und wartet vergeblich auf einen neuen Einsatzbefehl der Avengers.

Tony Stark alias Iron Man (Robert Downey Jr.) empfiehlt dem Spinnenjungen, sich erst einmal auf lokaler Ebene zu bewähren. Peter kann es kaum erwarten, nach der Schule schnell seinen Spider-Man-Anzug überzuziehen, um an seinen heroischen Fähigkeiten zu arbeiten. In vollem Ornat hilft er alten Damen über die Straße, konfisziert das Bike eines Fahrrad-Rowdies und trainiert mit hoher Absturzquote seine Schwungtechniken am klebrigen Spinnenfaden. In schönster jugendlicher Hibbeligkeit turnt dieser Superhelden-Azubi durch die Straßen von Queens, bis er endlich ein richtiges Verbrechen entdeckt.

Aber die Bankräuber, die gerade einen Geldautomaten knacken, verfügen über unbekannte High-Tech-Waffen, und der Einsatz endet in einem Desaster. Auf eigene Faust nimmt Peter Parker die Spur zu dem Waffenhändler Vulture (Michael Keaton) auf, der den Schwarzmarkt mit außerirdischer Technik versorgt.

Es ist eine willkommene Abwechselung, im Kosmos der Comic-Verfilmungen einen blutjungen Superhelden zu folgen, der von seinen übernatürlichen Fähigkeiten eigentlich vollkommen überfordert ist. Dem gegenüber steht die Unverfrorenheit und Lebensenergie der Jugend, die bisher kein Spider-Man-Darsteller derart glaubwürdig rübergebracht hat wie der grundsympathische Tom Holland.

Selbstüberschätzung

Sein Peter Parker ist ein Teenager durch und durch, der mit juveniler Ungeduld und Selbstüberschätzung sein Heldendasein in die Hand nimmt, immer wieder auf die Nase fällt, sich aufrappelt und neben der Verbrechensbekämpfung seinen ganz normalen High-School-Alltag auf die Reihe bekommen muss.

„Aber wir haben doch einen Spanisch-Test“ sagt sein Kumpel Ned (Jacob Batalon), als Peter blau machen will, um die Welt zu retten. Das heroische Understatement spiegelt sich auch im ästhetischen Konzept des Filmes wider, das der urbanen Wirklichkeit von Queens verbunden ist, die Hochhausschluchten Manhattans meidet und die Computereffekte nahtlos ins Setting einarbeitet. Sehenswert

 

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