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Max Mutzke bei den Burgfestspielen Dreieichenhain: Ohne dich geht gar nichts

Von Der Shootingsstar aus dem Schwarzwald hatte musikalisch alles im Griff, vom Jazz bis zum Soul, hin zum Rap und zum lockeren Entertainment.
Max Mutzke kann alles, was ein Jazzsänger können muss, auch fauchen und ins Falsett springen. Foto: Sven-Sebastian Sajak Max Mutzke kann alles, was ein Jazzsänger können muss, auch fauchen und ins Falsett springen.
Dreieichenhain. 

Die Methapher passte: „Welt hinter Glas“ sang der Schwarzwälder Shootingstar Max Mutzke, dem alles, was er in letzter Zeit anpackt, gelingt. Nach einem Auftritt in der Alten Oper Frankfurt mit einem Streichquartett hatte er nun wieder sein bewährtes Trio „monoPunk“ an seiner Seite – Schlagzeuger Tobias Held und der virtuose Bassist Danny Samar, zusammen ein vorantreibendes Rhythmusteam, und Maik Schott an den herrlich altmodisch anmutenden analogen Keybords, der Lieder wie „Ohne dich“, „Holding on“ und eben „Welt hinter Glas“ den harmonischen Schliff und soulige Klangfarben verlieh. Glas konnte man im Falle des Samstagskonzerts durch Regen ersetzen, der nach dem vierten Song die Besucher auf den nicht überdachten Plätzen befiel, was die Konzertstimmung aber eher noch hob. Fans in Regencapes tanzten und groovten zu dem Überhit „Cant Wait Until Tonight“.

Der 36-jährige Mutzke zeigte sich einmal mehr als gewiefter Entertainer, der sein Publikum im ausverkauften Burggarten von der ersten Note an im Griff hatte, Anekdotisches zu den Songs erzählte, aber auch politisch auf Widerstand gegen Fremdenfeindlichkeit abzielte und den Song „Unsere Nacht“ anstimmte. Stargast war diesmal der Trompeter Nils Wülker, der mit gelungenem Flügelhorn-Solo das Stück „Not The Only One“ adelte und „IOU (I owe you)“ mit herrlichen Trompeten-Improvisationen anreicherte. Als Party-Anmacher fungierte der Alicia-Keys-Song „Empire State of Mind“, den Mutzke und Band tempo- und soulgeladen, angereichert um gekonnte Rap- und Scat-Einlagen, über die Rampe schickten.

Es wurde auch an diesem denkwürdigen Abend deutlich, dass der Mann in der dunklen Weste über dem weißem Hemd derzeit in Deutschland ohne Konkurrenz singt. Mühlos kann er, mal deutsch, mal englisch singend, eine Note über mehrere Takte ziehen, ist zudem in der Lage, von einer Sekunde zur anderen ins Falsett zu springen und Brunftlaute wie James Brown ins Mikro zu fauchen („Schwarz auf Weiß“). Das ist Soul in seiner besten, erotischsten Ausformung, wie sie nicht malXavier Naidoo hinkriegt, und die ihren Höhepunkt in dem Lied „Charlotte“ fand, ein Call-and-Response, also auf Ruf- und Antwort-Effekten basierendes Stück mit schwindelerregenden Scat-Improvisationen. Mutzke, Band und Wülker schickten schließlich zu vorgerückter Stunde die Gäste mit einer glühenden Jazzballade nach Hause.

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