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Offenbacher Designbüro: Organisierte Hausbesuche bei einfachen Bürgern

Das Rhein-Main-Gebiet ist eine Region voller kreativer Köpfe. Wir stellen in loser Folge junge Designer vor, die mit ihren Ideen die Welt von morgen mitgestalten. Heute: Das Designbüro „Urban Media Project“ aus Offenbach.
Nicht nur irgendwas mit Medien: Zum „Urban Media Project“ gehören (von links) die Gestalter Oliver Kremershof, Nicolas Kremershof, Loimi Brautmann und Mirjam Möß. Nicht nur irgendwas mit Medien: Zum „Urban Media Project“ gehören (von links) die Gestalter Oliver Kremershof, Nicolas Kremershof, Loimi Brautmann und Mirjam Möß.

„Wir sind ein Büro für besondere Angelegenheiten“, sagt Loimi Brautmann augenzwinkernd. Brautmann, sein Kommilitone Nicolas Kremershof und dessen Bruder Oliver gründeten 2013 das „Urban Media Project“. Inzwischen beschäftigt das Designbüro sechs feste Mitarbeiter, je nach Auftrag kommen freie Mitarbeiter hinzu. Seit 2014 befindet sich die Agentur im fünften Obergeschoss des Offenbacher Atelierhauses „Zollamt Studios“, das Räume für professionelle Künstler und Kreative anbietet. Im Erdgeschoss zeigt eine Projektgalerie der Hochschule für Gestaltung (HfG) Ausstellungen junger Kunst, direkt gegenüber lockt das Deutsche Ledermuseum.

Beim Besuch an einem sonnig-kühlen Nachmittag herrscht im Büroraum eine lebendige und kommunikative, aber auch konzentrierte Atmosphäre. Eine Kollegin hat ihr kleines Kind dabei. Auf dem großen Arbeitstisch, an dem alle Mitarbeiter sitzen, herrscht ein Stück weit kreatives Chaos. Die Aufträge geht „Urban Media Project“ indes geordnet und strukturiert an. In einem Workshop erarbeiten die Designer gemeinsam mit dem Auftraggeber zuerst eine übergeordnete Strategie. „Dann schauen wir, welche Werkzeuge und Kanäle, welche Gestaltung dazu passt“, sagt Nicolas Kremershof. Drucksachen, Websites oder Apps sind dabei nur einige Möglichkeiten. „Wir definieren uns eher über das Thema, als über Medien“, erläutert Loimi Brautmann den Ansatz. „Wir bewegen uns dort, wo Stadt, Stadtkultur und Stadtentwicklung auf Kommunikation treffen“, ergänzt er. Als Zielpublikum nennt Brautmann Akteure aus Stadtverwaltung, Stadtentwicklung und Immobilienwirtschaft sowie Wohnungsbaugesellschaften und Ministerien. Ihre Kunden erreiche das Büro vor allem „über die Qualität der Projekte“, Empfehlungen und Networking.

Für das Hessische Wirtschaftsministerium entwickelte die Agentur im vergangenen Jahr „Feels Like Hessen“, eine Blog-Plattform über das kreative Leben und Arbeiten zwischen Kassel und Darmstadt, Wiesbaden, Frankfurt und Fulda. Das Projekt sei notwendig, „weil Hessen nicht die Identität wie Bayern mitbringt“, sagt Nicolas Kremershof. Vielen sei nicht klar, „dass Hessen ein kreatives Bundesland ist“. Im Auftrag der Stadt Köln arbeitet „Urban Media Project“ an Erscheinungsbild und Kommunikation für die „Via Culturalis Cologne“. Unter dieser Dachmarke sollen zukünftig Museen, Kulturinstitutionen und -denkmäler rund um den Kölner Dom agieren.

Zudem betreut die Agentur das im Juni 2018 stattfindende, zweitägige Festival „Eine Stadt zeigt sich. Offen“. Im Mittelpunkt stehen organisierte Hausbesuche bei einfachen Bürgern in Frankfurt und Offenbach. „Ein Querschnitt durch die Gesellschaft“ werde erfahrbar, verspricht Loimi Brautmann. So wird man Bewohner einer Hochhaussiedlung am Frankfurter Ben-Gurion-Ring ebenso besuchen können wie Rechtsanwälte im noblen Westend. „Das Projekt feiert die Willkommenskultur und die Normalität der Rhein-Main-Region“, sagt Brautmann. Veranstaltet wird „Eine Stadt zeigt sich. Offen“ vom Deutschen Architekturmuseum.

Immobiliengeschäfte

Nachtschichten sind bei „Urban Media Project“ unterdessen eher Ausnahme, beteuert Nicolas Kremershof. „Wir sind eine Familienagentur“, sagt der 1986 geborene Kommunikationsdesigner. Schließlich haben schon alle Mitarbeiter Kinder. Als „Außendienst“ der Agentur bezeichnet sich Loimi Brautmann. Der 1981 geborene HfG-Absolvent ist viel unterwegs – er betreut und berät die Kunden. Der Kulturmanager Oliver Kremershof, Jahrgang 1985, ist für Analyse und Konzeption verantwortlich. Vor einem Jahr ist die 1990 geborene Gestalterin Mirjam Möß zum Team gestoßen. Um den Zusammenhalt zu stärken, essen die Mitarbeiter jeden Tag gemeinsam zu Mittag. Da passt es, dass die Agentur in der Frankfurter Straße, einer multikulturellen Offenbacher Gastronomiemeile, sitzt.

Wie schon der Firmenname verrät, ist die Stadt ein bedeutender, wenn nicht der Bezugspunkt für „Urban Media Project“. „Für uns ist Offenbach wichtig“, betont Nicolas Kremershof. „Hier sind wir als Büro gewachsen“, fügt Loimi Brautmann hinzu. Möglich machen es die kurzen Wege. Schon während ihres Studiums an der Hochschule für Gestaltung entwickelten Brautmann und Kremershof eine Social-Media-Kampagne für die Stadt Offenbach. Frankfurts einst verrufene Nachbarstadt ist inzwischen bei Wohnungssuchenden, Käufern von Eigentumswohnungen und Immobilieninvestoren beliebt. „Verrückt, wie sich Image wandeln kann“, staunt Loimi Brautmann. Dem Standort Offenbach möchte die Agentur treu bleiben, auch wenn die Räume in den „Zollamt Studios“ langsam zu klein werden. Schon jetzt nutzt „Urban Media Project“ dort ein zusätzliches Büro. Die gegenwärtige Entwicklung Offenbachs sei „extrem interessant“, resümiert Loimi Brautmann.

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