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Konzert: „Papa Roach“ begeistern ihr generationenübergreifendes Publikum in Offenbach

Überlaut rustikal und noch immer umwerfend unterhaltsam: Die Nu-Metal-Heroen „Papa Roach“ empfehlen sich in der ausverkauften Offenbacher Stadthalle als Konsensband.
Voller Einsatz: „Papa-Roach“-Frontmann Jacoby Shaddix in der Stadthalle Offenbach. Foto: Julian Sajak Voller Einsatz: „Papa-Roach“-Frontmann Jacoby Shaddix in der Stadthalle Offenbach.
Offenbach. 

Nicht mehr als zehn Sekunden benötigt Frontmann Jacoby Shaddix, um jene längst legendären Worte in einer Überblendung aus Rap, Gesang und Entsetzensschrei zu formulieren, die mindestens eine ganze Jugendgeneration bewegte: „Cut my life into pieces. This is my last resort“. Als die Nu-Metal-Hymne „The Last Resort“ im Jahr 2000 als erste Auskopplung aus dem allein im Heimatland USA mit dreifachem Platin prämiertem zweiten Studioalbum „Infest“ erschien, zeigte sich vor allem weltweit die Zunft der Psychologen über das fatale Hohelied auf den Suizid Jugendlicher als letzten Ausweg besorgt. Augenblicklich karrierefördernd auf „Papa Roach“ wirkte sich der radikale Tabubruch in einer immer zynischer ausgerichteten Showbranche aus.

Einende Konsensband

Textsicher skandiert wird die Hymne in Offenbach von einem von der ersten bis zur letzten Minute enthusiastisch gestimmten Publikum. Spätestens nach ihrem mit jeder Menge Edelmetall ausgezeichneten Alben-Triptychon „Infest“ (2000), „Lovehatetragedy“ (2002) und „Getting Away With Murder“ (2004) galten „Papa Roach“ aus dem nordkalifornischen Vacaville ja als Generationen einende Konsensband.

Das von der dicht im Halleninneren gedrängten Fangemeinde in jeder einzelnen der umstrittenen Songzeilen regelrecht zelebrierte „The Last Resort“ erweist sich nicht als einziger Höhepunkt in der stark überhitzten Stadthalle.

In etwas mehr als 90 Minuten demonstriert das mit Gitarrist Jerry Horton, Bassist Tobin Esperance, Schlagzeuger Tony Palermo sowie Multiinstrumentalist Anthony Esperance als Tourbegleiter komplettierte Ensemble in vehementer Überlautstärke einen kompakten Karriererrückblick, inklusive ausführlichem Einblick in das im vergangenen Mai erschienene neunte Studiowerk „Crooked Teeth.“

Zwar lässt sich auch im aktuellen Repertoire mit den ziemlich eingängigen Oden „Help“, „Periscope“ und „American Dreams“ noch immer der Rap-Metal der frühen Jahre verifizieren. Doch längst finden sich im facettenreichen Stilgemisch von „Papa Roach“ auch weitere Stilzutaten. Etwa Einflüsse der einstigen Old-School-Hartmetall-Front aus „Deep Purple“, „Led Zeppelin“ und „Black Sabbath“. Aber auch spätere Entwicklungen der internationalen Schwermetallliga, von „Metallica“ über „Faith No More“ bis hin zu „Korn“ und „System Of A Down“, lassen sich finden.

Nahtlos stringent

Was den Reiz von „Papa Roach“ noch um einiges steigert, ist ihr Händchen für signifikant eingängige Harmonien in handwerklich durchweg grundsolidem Songmaterial mit Hang zur theatralischen Dramaturgie. Ob nun weitere Auszüge aus dem aktuellen Album „Crooked Teeth“ wie „Traumatic“, „Born For Greatness“ oder der fulminante Konzerteinstieg mit dem Titelsong auf dem Programm stehen, oder aber das souverän von Jacoby Shaddix angeführte Quintett auf Fanfavoriten wie „Scars“, „She Loves Me Not“, „Between Angels And Insects“ und „Getting Away With Murder“ zurückgreift. „Papa Roach“ klingen stets nahtlos stringent und von passionierter Spielfreude umgarnt.

Die Hommage an einen kürzlich verstorbenen Kollegen gerät eindringlich: Am Ende von „Forever“ integriert sich ein Zitate aus „Linkin’ Parks“ „In The End“, und Shaddix gedenkt des vor wenigen Monaten freiwillig aus dem Leben geschiedenen Frontmanns mit den Worten: „We scream for you, Chester Bennington.“

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