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Philosoph Karl-Otto Apel gestorben

Nur das bessere Argument sollte bei der Entwicklung universeller Normen zählen: Das war ein zentraler Leitsatz von Karl-Otto Apel. Das Werk des jetzt gestorbenen Philosophen ist in der berühmten „Frankfurter Schule” begründet.
Der deutsche Philosoph Karl-Otto Apel im Jahr 1966. Foto: Fritz Fischer Der deutsche Philosoph Karl-Otto Apel im Jahr 1966. Foto: Fritz Fischer
Frankfurt/Main. 

Der Philosoph Karl-Otto Apel ist tot. Er starb am Montagabend im Alter von 95 Jahren an seinem Wohnort in Niedernhausen im Taunus, wie seine Familie am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur bestätigte.

Apel gehörte mit seiner Diskursethik, die Immanuel Kants Moraltheorie neu formulieren wollte, zu den einflussreichsten deutschen Philosophen der Gegenwart. Er war bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1990 Professor an der Goethe-Universität in Frankfurt.

Mit der Entwicklung eines „praktischen Diskurses”, der zur Entwicklung gültiger Normen nur die Herrschaft des besseren Arguments kennt, sorgte Apel für lebhafte Debatten in der Philosophie. Voraussetzung dafür müsste aber nach Apels Meinung sein, dass alle Teilnehmer an einem solchen Diskurs gleichberechtigt sind.

Apel setzte sich in seinem Werk mit zeitgenössischen amerikanischen Philosophen wie Richard Rorty ebenso auseinander wie mit der französischen Postmoderne von Derrida und Lyotard. Als erster habe Apel die europäische und angelsächsische Philosophie zusammengeführt und den amerikanischen Pragmatismus unter deutschen Philosophen hoffähig gemacht habe, sagte einst Jürgen Habermas, sein früherer philosophischer Weggefährte in Frankfurt und persönlicher Freund.

Apel, 1922 in Düsseldorf geboren, promovierte 1950 in Bonn mit einer Arbeit über Martin Heidegger. Er hatte Professuren in Kiel und Saarbrücken, bis er Anfang der 70er Jahre an die Universität Frankfurt kam. Als Hauptwerk gilt seine 1973 erschienene Aufsatzsammlung „Transformation der Philosophie”.

Sein letztes Buch („Transzendentale Reflexion und Geschichte”) erschien Anfang des Jahres im Suhrkamp Verlag. Ihr Vater habe bis zuletzt Anteil am geistigen und politischen Leben genommen, sagte am Dienstag seine Tochter Dorothea Apel.

(dpa)
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