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Konzert: Rapper August Alsina: Balladeskes Liebesgeplänkel

Euphorische Reaktionen gab’s beim Tournee-Zwischenstopp der amerikanischen R-’n’-B-Koryphäe August Alsina im Frankfurter „Zoom“.
August Alsina rappt auch so manchen Ohrwurm. Foto: Sven-Sebastian Sajak August Alsina rappt auch so manchen Ohrwurm.

Das Objekt der Begierde ließ lange, sehr lange auf sich warten, doch all die Warterei schien vergessen, als Mr. Alsina direkt vom Taxi, das ihn vom Hotel an den Ort des Geschehens transferierte, endlich ins Rampenlicht schwebte: schickes Lederkäppi auf dem Haupt, eine weiße Sonnenbrille auf der Nase, den von zahllosen Tätowierungen übersähten wohlproportionierten Oberkörper in ein weißes Flatterhemd gehüllt und ein extra charmantes Lächeln im attraktiven Antlitz. Alles schrie hysterisch, nicht nur die ohnehin schon angefixten Ladys vorne. Ein erklecklicher Handywald entstand binnen Sekunden, als August Alsina die Anfangsverse von Kevin Gates’ „I Don’t Get Tired“ anstimmte.

Es folgte ein komprimierter Auszug aus den Alben „Testimony“ (2014) und „This Thing Called Life“ (2015). Aber auch Sternstunden von diversen Mixtapes und Künstlerkollaboration mit stets Ohrwurmhaftem zwischen R & B, Soul, Funk, Hip-Hop und Dubstep kamen zum Zuge. Mit begnadetem Händchen für Balladeskes ließ sich der 25 Jahre alte Afroamerikaner aus New Orleans als jüngere Ausgabe von Usher und R. Kelly identifizieren. Andererseits rückten ihn satte A-cappella-Raps auch in die Nähe von Juvenile, 2Pac, Lyfe Jennings, Lil Wayne und Soulja Slim.

Neben offenbar unversiegbarem Liebesgeplänkel thematisierte August Alsina in den Texten auch ziemlich Handfestes aus seinem Werdegang: Aufgewachsen unter ärmlichen Verhältnissen mit vier Geschwistern, entwickelten sowohl sein Vater als auch sein Stiefvater eine schwere Crack-Sucht. August überlebte Hurricane „Katrina“ knapp, zog danach mit der Familie von New Orleans nach Houston, geriet aber im Teenageralter auf die schiefe Bahn – Sex, Alkohol, Drogen und Kriminalität – und lebte, nachdem in seine Mutter rauswarf, geraume Zeit obdachlos auf der Straße. Ein Wende zeichnete sich erst ab, als 2010 sein älterer Bruder Melvin La’Branch III erschossen wurde und August nach Atlanta zog. Sowohl „Numb“ und „Make It Home“ als auch „Downtown“ und „I Luv This Shit“ zeugten von den harten Zeiten. „No Love“ setzte dem One-Night-Stand ein Denkmal, bei „Kissin On My Tattoos“ fiel – unter euphorischen Eruptionen der Damenwelt – fast das blütenweiße Rokoko-Hemd.

Bevor August Alsina sich nach knapp einer Stunde direkt wieder mit dem Taxi in Richtung Hotel begab, dankte er noch überschwänglich mit von „I-love-you“-Rufen untermalten Handküssen und sprach der außer Rand und Band geratenen Fangemeinde gleich dreimal den Segen „Frankfurt, God bless you“ aus.

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