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Roboter trifft auf Romantiker

Von Mit dem Soloalbum „Off The Record“ bestätigt sich Karl Bartos, einst Mitglied von „Kraftwerk“, als Liebhaber synthetischer Musik.

Während „Kraftwerk“ längst nicht mehr in Konzertsälen auftreten, sondern in großen Museen, hat Karl Bartos ein Album eingespielt, das fraglos an den weltweit bekannten Sound seiner einstigen Kollegen erinnert, die er 1990 verlassen hat. Während der 15 Jahre, in denen er bei den Elektro-Pionieren verweilte, schrieb er an Liedern wie „Das Model“, „Die Roboter!“ oder „Computerwelt“ mit.

Aus dieser Zeit stammt denn auch das Material, aus dem Bartos die zwölf Stücke entwickelte, die nun auf „Off The Record“ zu hören sind. So ist es kein Wunder, dass gleich beim ersten Song, „Atomium“, die Stimme von Bartos elektronisch verfremdet erklingt. Dass der 60-Jährige die Düsseldorfer Robert-Schumann-Hochschule für Musik als Absolvent verlassen hat, mag man da kaum glauben, derart disharmonisch vermischen sich die Klänge, die hier, begleitet vom harten Takt der Marschmusik, zusammenfließen.

Um ein vielfaches weicher, ja sogar süßlich klingt hingegen das melodiöse „International Velvet“. Mit seinem Vintage-Synthie-Sound nähert sich der Klangkünstler darin ein gutes Stück weit der Fahrstuhlmusik an - wenn auch einer anspruchsvollen. Beschwingt von guter Laune, mag „Without A Trace Of Emotion“ hingegen zum Tanzen anregen, während „The Binary Code“ in seiner Aneinanderreihung von wirren elektronischen Tönen fast wie das akustische Dokument aus einer Computerspielhalle anmutet.

Um ein mannigfaches geordneter, wenn auch nicht reizvoller, erklingen freilich die Melodien von „Musica Ex Machina“ oder „The Tuning Of The World“. Öde, wie in Zeitlupe komponiert, wirkt im Vergleich dazu das Instrumentalstück „Instant Bayreuth“. Und so interessiert es schon längst nicht mehr, wenn in dem Lied „Vox Humana“ die große Wahrheit verraten wird, die Karl Bartos seinerseits zu keiner Zeit auf „Off The Record“ beherzigt: „Die menschliche Stimme ist das ausdrucksstärkste Musikinstrument überhaupt.“

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