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Interview mit Guns N'Roses: "Rock ’n’ Roller ist kein leichter Job"

Unter dem Titel „Rock ’n’ Roll Aint Easy“ hat Dizzy Reed ein eigenes Album eingespielt, das heute erscheint. Mit der gesamten Truppe von „Guns N’ Roses“ ist der Keyboarder am 24. Juni in Mannheim zu erleben.
So sehen Axl Rose (links) und Gitarrist Slash von „Guns N’ Roses“ heute aus, hier beim Auftritt im kalifornischen Sacramento. Bilder > Foto: Kc Alfred (ZUMA Wire) So sehen Axl Rose (links) und Gitarrist Slash von „Guns N’ Roses“ heute aus, hier beim Auftritt im kalifornischen Sacramento.

Während die Rockwelt sehnsüchtig auf neue Songs von „Guns N’ Roses“ wartet, hat deren Keyboarder Dizzy Reed kurzerhand eine Soloplatte aufgenommen – und zwar mit fast allen, die in letzter Zeit in seiner wechselhaften Stammband mitgewirkt haben. Die Platte heißt „Rock ’n’ Roll Ain’t Easy“ und dürfte Fans von klassischem Rock befriedigen. Am 21. Juni erscheint das berühmte Debütalbum von „Guns N’ Roses“, „Appetite For Destruction“, als Fünf-Disk-Box mit 49 unveröffentlichten Bonustracks. Dizzy Reed gibt das Interview in seinem Studio in Los Angeles. Olaf Neumann sprach mit dem Pianisten und Sänger darüber, wie er es seit 28 Jahren an der Seite der Diva Axl Rose aushält und was von der diesjährigen „Guns-N’-Roses“-Tour zu erwarten ist, die am 24. Juni in Mannheim Station macht.

Mr. Reed, die Musik auf Ihrem ersten Soloalbum klingt sehr nach „Guns N’ Roses“. Ein Zufall?

DIZZY REED: Ich wollte eine Platte machen, die sich an der Musik orientiert, die mich schon immer beeinflusst hat und mit der ich aufgewachsen bin. Meine erste Band hatte ich mit zwölf. Ich war der Leadsänger, weil ich zufällig als einziger ein Mikrofon besaß. Diese Musik wird „Classic Rock“ genannt. Das kann ich wahrscheinlich am besten.

Die Platte heißt „Rock ’n’ Roll Ain’t Easy“. Ist es heutzutage wirklich so schwer, Platten zu machen?

REED: Im Titel steckt auf jeden Fall viel Wahrheit, aber er ist natürlich auch ironisch gemeint. Rock-’n’-Roll-Musiker ist kein leichter Job. Wenn du erst einmal erfolgreich bist, wirst du feststellen, dass alles nur noch schwerer wird. Denn du willst ja auf derselben Stufe bleiben oder noch besser werden. Was diesen Job wirklich ausmacht, kann man eigentlich gar nicht in einem einzigen Song ausdrücken.

Das Klischee lautet, dass Rockstars ein glamouröses Leben voller Sex und Drogen führen.

REED: Einige tun es tatsächlich, glaube ich. Das Beste ist, sich selbst nicht so ernst zu nehmen. Es ist schließlich nur Rock ’n’ Roll.

Auf Ihrer Platte sind Musiker von Bands wie „Queens Of The Stone Age“, „Thin Lizzy“ und „No Doubt“ zu hören. Haben Sie auch Ihre Bandkollegen von „Guns N’ Roses“ gefragt?

REED: Alle, die in den vergangenen zehn Jahren bei „Gun N’ Roses“ gespielt haben, sind auf der Platte zu hören. Sie waren so nett, vorbeizuschauen und mich bei meinem Vorhaben zu unterstützen. Axl Rose ist nicht dabei.

Durch die ständigen Besetzungswechsel spielten bis heute 22 Musiker bei „Guns N’ Roses“. Sie sind neben Axl Rose das beständigste Bandmitglied. Wie kommt das?

REED: Axl gab mir eine Chance, als ich jung war. Wir kennen uns seit 1985. Als „Guns N’ Roses“ die „Use-Your-Illussions“-Alben aufnahmen, hatte Axl eine Vision. Und dazu gehörte ein Keyboarder. Er hörte mich spielen und mochte meinen Stil. Ich machte damals rootsorientierten, bluesigen Rock ’n’ Roll. In L. A. gab es nicht viele Keyboarder wie mich. Axl stand zu seinem Wort, und so kam es, dass ich an den „Use-Your-Illussions“-Alben mitwirkte und bis heute bei ihm geblieben bin.

Haben Sie die Soloplatte gemacht, weil es von „Guns N’ Roses“ in nächster Zeit nichts Neues geben wird?

REED: Haben Sie das irgendwo gelesen? Nein, das hat nichts miteinander zu tun! Wir haben viele neue „Guns-N’-Roses“-Songs in der Schublade liegen. Die werden wir eines Tages sicherlich veröffentlichen.

Im Ernst: Wird es jemals eine neue Platte von „Guns N’ Roses“ geben?

REED: Das hoffe ich. Diese Frage habe ich in den vergangenen Jahren schon tausendmal gehört. Ich kann darauf keine befriedigende Antwort geben. Da ich aber ein optimistischer Mensch bin, gehe ich davon aus, dass es eines Tages so weit sein wird.

Axl Rose hat den Ruf, sehr schwierig zu sein. Wie gehen Sie mit dieser unberechenbaren Diva um?

REED: Die meisten Leute, die so etwas behaupten, haben gar nicht das Recht dazu, denn sie kennen Axl ja gar nicht. Ich kann nur sagen, dass er ein guter Freund von mir ist. Ich bin sehr glücklich und stolz, mit ihm zusammenarbeiten zu dürfen. Axl Rose ist einer der professionellsten und am härtesten arbeitenden Musiker, die ich kenne. Und einer der lustigsten. Jedes Mal, wenn wir zusammen auf die Bühne gehen, erzählt er Witze. Das ist Axl Rose.

Wie fühlt es sich an, gegenwärtig mit „Guns N’ Roses“ zu spielen, wo Slash und Duff McKagan wieder mit von der Partie sind?

REED: Fantastisch! Die Besetzung, die wir jetzt haben, ist die ultimative. Wirklich cool. Nicht nur für die Fans, auch für uns selbst. Ich will so viele Shows spielen wie möglich. Ich hoffe, diese Tour wird niemals enden. Für mich ist es schöner, rauszugehen und zu arbeiten, als untätig herumzusitzen. Aber vom Rock ’n’ Roll zu leben ist nicht leicht. Es wird sogar immer schwerer.

Heute spielen Sie mit „Guns N’ Roses“ überall auf der Welt. Sind Sie in China immer noch verboten wegen des Albums „Chinese Democracy“?

REED: Sind wir in China verboten? Witzigerweise haben wir die erste Show der „Chinese-Democracy“-Tour in Hongkong gespielt. Ich erinnere, dass es für diese Show überhaupt keine Promotion gab. Tags zuvor hatten am selben Ort „No Doubt“ gespielt, und die Halle war voll. Überall in der Stadt hingen Konzertplakate von der Band, und im Fernsehen liefen dauernd Werbespots. Aber unser Konzert wurde überhaupt nicht beworben. Trotzdem haben wir gespielt, und es war gut.

Was denken Sie, wenn Leute wie Liam Gallagher oder Gene Simmons behaupten, der Rock ’n’ Roll sei tot im Zeitalter von Laptop und Internet?

REED: Nun, sie können denken was sie wollen. Rock ’n’ Roll wird es immer geben in irgendeiner Form. Ich weiß nicht, warum manche Leute so was behaupten, vielleicht, weil sie heute nicht mehr so erfolgreich sind wie früher. Immer wenn es heißt, ein bestimmter Film sei nicht besonders gut, denke ich, den müsste ich mir eigentlich anschauen.

„Guns-N’-Roses“-Tour

24. Juni, 17.30 Uhr. Mannheim, Maimarktgelände. Karten zu
98,65 Euro unter Hotline 0 18 06-57 00 70. Internet www.eventim.de

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