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Russland steigt beim ESC 2017 aus

Dann eben nächstes Jahr: Die Sängerin Julia Samoilowa darf weiter auf die Bühne des Eurovision Song Contest hoffen. Doch für dieses Jahr sind die politischen Fronten zwischen Moskau und Kiew hart.
Julia Samoilowa wird 2018 beim ESC singen. Foto: Maria Antipina Julia Samoilowa wird 2018 beim ESC singen. Foto: Maria Antipina
Moskau/Kiew. 

Russland klinkt sich wegen des Streits mit dem Nachbarland Ukraine aus dem Eurovision Song Contest (ESC) in Kiew aus. Der populäre Musikwettbewerb werde in diesem Jahr nicht in Russland ausgestrahlt, teilte der russische TV-Sender Perwy Kanal mit.

Die russische Kandidatin Julia Samoilowa, die von der Ukraine mit einem Einreiseverbot belegt worden ist, wurde von Senderchef Konstantin Ernst auf kommendes Jahr vertröstet.

„Wir haben das mit der European Broadcasting Union besprochen, und dort weiß man, dass für Russland Julia Samoilowa antreten wird”, sagte Ernst am Freitag in Moskau der Agentur Tass. Sein Sender hatte die 27-jährige Sängerin nominiert, obwohl bekannt war, dass sie 2015 auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim aufgetreten ist.

Die Ukraine sieht Reisen auf die Krim, die nicht über ihr Gebiet laufen, als Verstoß gegen ihre Souveränität. Deshalb verhängte der ukrainische Geheimdienst SBU gegen Samoilowa ein dreijähriges Einreiseverbot, von dem auch zum ESC keine Ausnahme gemacht wird.

Samoilowa, die seit Kindheit im Rollstuhl sitzt, wollte in Kiew das Lied „Flame is Burning” singen. Die Halbfinale des ESC finden am 9. und 11. Mai in der ukrainischen Hauptstadt statt, am 13. Mai folgt das Finale. Für Deutschland tritt Sängerin Isabella Levina Lueen an. Das Siegerland von 2017 richtet dann den Wettbewerb 2018 aus, bei dem Samoilowa sich dann endlich ihren Traum von der großen ESC-Bühne erfüllen soll.

Die Veranstalter in Kiew erklärten am Freitag, man habe Russland mehrfach vorgeschlagen, einen Bewerber zu benennen, der nicht gegen ukrainische Gesetze verstoßen habe. „Doch die Entscheidung der russischen Seite blieb unverändert.” Der Ausstieg aus der Übertragung zeige, dass es Moskau nicht um die Teilnahme gegangen sei, sondern darum, eine „negative mediale Atmosphäre” gegen die Ausrichter zu schaffen.

Der russische Fernsehdirektor Ernst versuchte, noch einmal Druck auf die EBU (European Broadcasting Union) als internationalen Veranstalter auszuüben. Der EBU müsse klar sein, dass der Wettbewerb ohne die Übertragung in Russland viele Zuschauer verliere, sagte er. „Das ist die Wahl der EBU, sie organisieren den Wettbewerb.” Die EBU solle dafür sorgen, dass die Ukraine alle Teilnehmer zulasse.

Die Rundfunkunion EBU hatte in dem wochenlangen Streit erst zu vermitteln versucht und vorgeschlagen, Samoilowa aus Russland zuzuschalten. Das lehnten beide Seiten ab. Dann schlug sich die EBU faktisch auf Seiten Russlands. Generalsekretärin Ingrid Deltenre drohte in einem Brief der Ukraine Sanktionen an, zum Beispiel den Ausschluss von weiteren Wettbewerben.

Zwischen der Ukraine und Russland ist nicht nur die Krim umstritten. Die Ukraine wehrt sich im Osten seit 2014 gegen Separatisten, die von Moskau militärisch und politisch unterstützt werden.

(Von Friedemann Kohler, dpa)
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