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Konzert in Frankfurt: Ryan McMullan in der Brotfabrik: Ein unverbesserlicher Romantiker

Als Vorprogramm von Megastar Ed Sheeran spielte Ryan McMullan vor Zigtausenden. Zu seinem Konzert in der Frankfurter Brotfabrik kamen gut 200 Besucher. Aber die wollten ihn sehen, und der Nordire ist heiß darauf, sich mehr und mehr seine eigenen Fans zu erspielen.
Ryan McMullan Foto: Sven-Sebastian Sajak Ryan McMullan

Ryan McMullan könnte es sich leicht machen, den Jungmädchenschwarm – jetzt mit gepflegter Kurzhaarfrisur statt wie früher Hippiematte – geben, ein paar eingängige Lieder schrammeln, und alle wären glücklich. Der Mittzwanziger aus dem kleinen Städtchen Portaferry südöstlich von Belfast ist ein Troubadour moderner Prägung, und, wie es scheint, ein unverbesserlicher Romantiker. Die Lieder des Storytellers sind wie Romanzen, erzählen von Liebesglück und Liebesleid. Es wird geschmachtet, umschmeichelt, auch gelitten. Glücklicherweise verzichtet der Sänger, Gitarrist und Pianist dabei auf Weichgespültes und Wehleidiges.

Beides passt weder zu seiner Pub-erprobten Stimmgewalt, noch zu seinem Anspruch. Gleich der Einstieg in sein Frankfurter Solokonzert ist beeindruckend. A cappella stimmt er „The Lakes Of Pontchartrain“, eine Südstaaten-Ballade aus dem 19. Jahrhundert, an. Ein kreolisches Mädchen weist darin den Heiratsantrag eines Fremden ab, weil sie schon einem Seemann versprochen ist. Der Mann hat einen Sinn fürs Dramatische. Irische Legenden wie Christy Moore und Paul Brady haben es vor McMullan gesungen. Er befindet sich also in bester Gesellschaft. Für seine eigenen Songs, bis dato nur auf zwei EPs erschienen (ein Album ist in Vorbereitung), wechselt er zwischen akustischer Gitarre und E-Piano. Am intensivsten aber wird seine Performance, wenn er sich seine lindgrüne Gretsch-Electromatic-E-Gitarre umhängt, den Sound verzerrt, Drumsamples unterlegt oder gar Chöre einspielt.

Da kommt Blues- und Straßenfeeling auf, und wenn er Vater, Mutter, Bruder und Schwester ansingt, entwickelt sich aus dieser musikalischen Widmung so etwas wie Irish Gospel. Sogar Soul klingt an, so wie ihn Paul Rodgers in den Rock seiner Bands „Free“ und „Bad Company“ Anfang der Siebziger einbrachte. McMullans erdig-raue Klangfarbe, vor allem aber seine melodischen Verzierungen erinnern an Rodgers. Längst hat das smarte Bürschchen, das ohne Vorwarnung mit einem „Maniac“-Zitat aus dem Tanzfilm „Flashdance“ verblüfft, nicht nur die Backfische in der „Brotfabrik“ für sich eingenommen, sondern auch die echten Music Lover im Publikum. Klar singen alle im Publikum gerne mit, wenn er so charmant darum bittet. Etwa die Abschiedshymne „Letting Go For A Little While“, in der die Eltern den 19-jährigen Bub vorm Abflug nach Australien verabschieden, oder bei der Beschützer-Ballade „Oh Susanna“, in der sein Kumpel Travis Gilbert den Duettpartner gibt.

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