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STREIFZÜGE

„Kids Friday“ auf der Buchmesse: Die Stimmung und der Spaßfaktor steigen. Die Lautstärke auch.

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Großer Auflauf in Halle 3.0: Ein Menschenpulk schiebt sich durch den Gang. Zwei Studenten reiben sich die Hände, grinsen und tippen der blonden Frau auf die Schulter: „Frau von der Leyen – haben Sie Ihren Doktortitel schon abgeben müssen?“ Manuela Schwesig lacht laut auf und schüttelt den Kopf.

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Der große Rafik Schami steht am Stand von den Kollegen der Süddeutschen Zeitung. Er sagt: „Wenn du nicht von einer Lehrerin unterrichtet werden möchtest, dann geh nach Saudi-Arabien.“

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Selbst wenn man sich auf den weichen Sitzgelegenheiten beim
S.-Fischer-Verlag zurücklehnt und die Augen schließt – ja selbst dann hört sich der Messertrubel nicht wie Meeresrauschen an.

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Charlotte Roche gibt das Geheimnis ihres Schreibens preis: „Man braucht Eier.“

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Komponistin Kat Kaufmann hat mit „Superposition“ den Debütroman des Jahres geschrieben, sagt die Jury des Aspekte-Literaturpreises. Sie selbst sagt: „Dass ich überhaupt einen Roman geschrieben habe, das allein fühlt sich schon toll an.“

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Buchmesse ist, wenn im eisigen Oktober Jugendliche mit knappen Kleidern und bunten Frisuren im Messehof stehen und so tun, als seien sie Computerspielen entsprungen.

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Pressekonferenz mit Thomas Gottschalk: Der Cowboy-Entertainer setzt sich, spuckt seinen Kaugummi in die Hand und klebt ihn unter die Tischplatte. Und dort klebt er sicherlich auch jetzt noch.

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Dritter Tag der Buchmesse, niemand kann Denis Scheck mehr aufhalten: „Charlotte Roche und Daniela Katzenberger? Kennst du eine, kennst du alle.“

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Und weil Schecks Urteile weithin gehört werden, bekommt er in diesem Jahr den Julius-Campe-Preis zugesprochen. Laudatorin Bettina Böttinger sagt: „Dieser Mann ist hochbegabt und irgendwie irre.“

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Allzweck-Philosoph Rüdiger Safranski über die Initialzündung für sein neues Buch „Zeit“: „Ich habe mich gefragt, was Langeweile ist.“

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Der Suhrkamp-Stand wird von einem Elvis-Imitator geentert. Das Publikum jubelt, macht Fotos und Selfies vor einem Habermas-Plakat. Die Standbetreiber sind irritiert.

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Literatur-Blogs sind das Streitthema der Saison. Taugen die was? Braucht es die überhaupt? Beim Blogger-treffen ist jedenfalls die Hölle los. In der Hauptsache wird über Joy Fielding gesprochen.

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Buchmesse ist, wenn zwischen Begegnungen mit Peter Härtling, Reinhold Messner, Ken Follett und Clemens Setz nur drei Rolltreppen liegen.

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Trotz Selfpublishing-Hype und E-Book-Kontroverse: Der wahre Renner der diesjährigen Buchmesse ist christliche Besinnungsliteratur.

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17 Uhr, Weißwein wird ausgepackt, die Gläser klirren. Buchmesse ist das Woodstock der Sakko-Träger.

(cp)
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