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Jason Derulo: Sangesspektakel mit Lendenschurz und Kriegsbemalung

Er kam, sang, tanzte und schwitzte: Die amerikanische R-’n’-B-Koryphäe Jason Derulo brachte in der Frankfurter Festhalle die Damenwelt in Wallung.
Mit freiem Oberkörper gibt er alles: Jason Derulo in der Frankfurter Festhalle. Foto: Sven-Sebastian Sajak Mit freiem Oberkörper gibt er alles: Jason Derulo in der Frankfurter Festhalle.

Zum ersten kleinen Kreischalarm in der Frankfurter Festhalle kam es, als die norwegischen Zwillinge „Marcus & Martinus Gunnarsen“ ins Rampenlicht drängten. Im Rücken eine ganz in Weiß gekleidete Truppe aus drei Tänzerinnen sowie Musikern an Gitarre, Schlagzeug, Bass und Keyboards – so präsentierte sich die nordische Ausgabe von „Die Lochis“: Sie präsentierten tanzaffine Ohrwürmer zwischen R ’n’ B, Pop und Dancehall. In den ersten Reihen konnten jede Menge präpubertäre Zahnspangenmädchen ihr Glück nicht fassen, die „Gunnarsen“-Twins endlich live zu sehen. An der Bühnenseite überwachte Papa Kjell-Erik Gunnarsen seine beiden 16-jährigen Sprösslinge. Er ist Lehrer an der Dorfschule und unterrichtet seine Jungs auf Tournee.

Nach der Umbaupause dann der große Kreischalarm: Ein gutes Viertelstündchen donnerte DJ Jae Murphy sein Repertoire in unbarmherziger Lautstärke, dann kündete ein massiv gebrülltes „It’s Showtime“ vom nahen Auftakt.

Von Zauberhand geführt

Ein Videoeinspieler zeigte einen wohlproportionierten, lediglich mit Lendenschurz und Fell bekleideten Stammesangehörigen mit wüster Kriegsbemalung. Im Gegenschnitt loteten diverse Löwen ihr Terrain in der Savanne aus. Sind das die ersten Impressionen der für 2019 geplanten Real-Verfilmung von „Der König der Löwen“?

Wie von Zauberhand geführt, stand der Protagonist aus dem Filmchen plötzlich auf dem Bühnenareal, flankiert von drei weiblichen und drei männlichen Tänzern sowie einer mehrköpfigen Band: Jason Derulo trug, sehr zum Vergnügen seiner Anhängerschaft, noch immer Lendenschurz und Fell. Letzterem entledigte er sich sogleich, um sich im Einstiegssong „Whatcha Say“ in choreografisch Anspruchsvolles zu vertiefen. Ein regelrechtes Beben durchzog Frankfurts Gudd Stubb. Nahtlos spulte der 29 Jahre alte Entertainer, dessen Karrierestart 2006 erfolgte, als er begann, Charthits für diverse Künstler zu komponieren, ein von einer Riesenprojektionsfläche unterfüttertes gigantisches Spektakel aus rund zwei Dutzend Songs, jeder Menge choreografischer Einlagen und zig Kostümwechsel ab.

Freizügig nackte Haut zeigte Derulo in der ersten Viertelstunde zu Hits wie „Tip Toe“, „Wiggle“ und „Trumpets“. Danach startete das Multitalent eine umfangreiche Modenschau, die gelegentlich auch auf den ins Auditorium ragenden Laufsteg führte: Ob im Pelz mit schwarz-weißem Zebramuster, ob als „Man in Black“ oder in gut einem Dutzend weiterer opulenter Glitzer- und Nietensakkos – Derulo, der als Nachkomme haitianischer Einwanderer schon als Kind Ballettunterricht erhielt, machte stets eine gute Figur beim Defilee.

Mit gierigem Blick

Stimmlich lieferte er vom tiefen Grummeln bis in Falsetthöhen reichende Tonlagen in 1A-Qualität. Zumal er und sein vielköpfiges Team auch die Akustik in der Festhalle unter Kontrolle brachten. Gezielte Charme-Offensiven taten ein Übriges, um das Band der Sympathie zwischen Fangemeinde und dem Vielumschwärmten zu festigen. Auf der Suche nach dem „It-Girl“ darf gar eine blonde Besucherinnen in seinen Armen liegen, inklusive Handkuss und zartem Busserl auf die Wange.

Eindeutige Aufforderungen in Hits wie „Marry Me“, „Talk Dirty“, „Secret Love Song“ und „Want To Want Me“ zielten direkt auf die eindeutigen Wunschträume zahlloser Damen mit gierigem Blick. Als echter Traum erwiesen sich auch die in knappsten Kostümierungen verabreichten Choreografien der Tänzertruppe.

Handylichter an, hieß es bei „Goodbye“ mit dem Sampling aus Andrea Bocellis Henry-Maske-Hymne „Time To Say Goodbye“. Bis zum optisch furiosen Finale mit weißem Konfetti aus Luftdruckkanonen konnte das opulente Konzept die Spannung halten. Einen Ratschlag an alle hielt Jason Derulo auch noch bereit: „Verfolgt eure Träume bis zum Ende – ihr könntet sie, so wie ich, in die Realität umsetzen.“

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