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„Die Reifeprüfung“ machte ihn einst berühmt: Schauspieler Dustin Hoffman wird 80 Jahre alt

Dustin Hoffman ist einer der wichtigsten Charakterdarsteller Hollywoods – sein Perfektionismus wird gefürchtet. Spät hat er sich den Traum vom Regieführen erfüllt.
Dustin Hoffman (links) und Robert Redford in Alan Pakulas Polit-Film „Die  Unbestechlichen“ von 1976 über die Watergate-Affäre. Bilder > Foto: akg-images (epd) Dustin Hoffman (links) und Robert Redford in Alan Pakulas Polit-Film „Die Unbestechlichen“ von 1976 über die Watergate-Affäre.

Dustin Hoffmann ist einer von Hollywoods ganz Großen. Der Mann mit dem silbergrauen Haar und dem verschmitzten Lächeln spielte in Klassikern wie „Kramer gegen Kramer“ oder „Die Unbestechlichen“, dem Film zum Watergate-Skandal. Im Psychodrama „Rain Man“ beeindruckt er als Autist, in der Komödie „Tootsie“ ist er hinreißend als arbeitsloser Schauspieler, der sich als Frau ausgibt, um eine Rolle zu ergattern. Seine Karriere sieht Hoffman uneitel und selbstkritisch: „Der Erfolg ist verführerisch, der Erfolg versaut dich“.

Am heutigen Dienstag wird er 80 Jahre alt, steht aber noch mitten im Berufsleben. So war er kürzlich beim Filmfestival in Cannes als Giovanni di Medici, Seniorchef der legendären Familie, auf der Leinwand zu sehen, in Folge eins der TV-Serie „Die Medici: Herrscher von Florenz“. „Für mich ist das Leben eine Art Wettstreit mit Gott: Sei mal nicht so sicher, dass Du mich so früh aufhalten kannst“, sagt Hoffman.

Filmbegeisterte Eltern

In der Filmstadt Los Angeles kam er 1937 zur Welt, als Kind filmbegeisterter Eltern mit osteuropäisch-jüdischen Wurzeln. Er besuchte die Schauspielklasse des „Pasadena Playhouse “ und lernt dort Gene Hackman kennen. Es war der Beginn einer dauerhaften Freundschaft.

„Wir waren zu hässlich für Heldentypen in Hollywood“, sagte Hoffman einmal – und deshalb sei er Hackman nach New York gefolgt, um sich am Theater zu versuchen. Auf Anhieb mit Erfolg. Auch als Filmstar zieht es Hoffman immer wieder zur Bühne. 1984 wird er in Arthur Millers Drama „Tod eines Handlungsreisenden“ gefeiert, zwei Jahre später brilliert er als Willy Loman in Volker Schlöndorffs Verfilmung des Miller-Dramas. Dass ein „kleiner schmächtiger Typ mit riesiger Nase“ – wie Hoffman sich selbst sah – mal eine Hauptrolle im Kino spielen würde, glaubte er lange nicht. Doch dann engagierte ihn Mike Nichols für „Die Reifeprüfung“ (1967) – es war sein Durchbruch in Hollywood. Die Komödie, längst ein Klassiker des US-Kinos, spiegelt die Aufbruchstimmung der 60er Jahre wider, zauberhaft unterlegt mit Simon-&-Garfunkel-Hits wie „Mrs. Robinson“.

Hoffman war zwar schon 30, konnte aber, so jungenhaft wie er aussah, ohne Mühe einen 20-Jährigen spielen. Mit 1,67 Meter nicht eben groß, dazu schüchtern wirkend, war er der ideale Ben Braddock: ein unbedarfter College-Absolvent, der sich vom braven Sohn zum Rebellen mausert. Mit urkomischer Unbeholfenheit macht er im Bett der reifen Mrs. Robinson erotische Erfahrungen und rast schließlich im roten Alfa Romeo durch halb Kalifornien, um die angebetete Elaine zu erobern.

Alleinerziehender Vater

Er wurde mit einem „Golden Globe“ als bester Nachwuchsdarsteller belohnt – die erste von zahllosen Auszeichnungen, darunter zwei Oscars und der AFTA-Award für sein Lebenswerk. Den ersten Oscar holte sich Dustin Hoffman als plötzlich alleinerziehender Vater in „Kramer gegen Kramer“, für die Rolle als Autist in Barry Levinsons „Rain Man“ (1988) bekam er einen zweiten.

In „Little Big Man“ (1970) war er ein Indianer, in „Asphalt Cowboy“ (1969) ein kranker Kleinkrimineller und in Sam Peckinpahs „Wer Gewalt sät“ (1971) ein friedliebender Mathematiker, der so provoziert wird, dass er am Ende ausrastet. Als investigativer Reporter glänzte er neben Robert Redford in „Die Unbestechlichen“ (1976). Mit der Waffenlobby legt er sich als Anwalt in „Das Urteil“ (2003) an, sein Widersacher ist hier Gene Hackman.

Umwerfend komisch ist er als gealterter Hippie und Vater in „Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich“ (2004). Einen echten Macho, den Zocker Ace Bernstein, spielte der Star mit sichtlichem Vergnügen in der Pferderennbahn-Fernsehserie „Luck“ (2011/12).

Schon der Schauspielschüler Hoffman wollte Regie führen, aber erst 2012 traute er sich: In seinem Film „Quartett“ treffen in einem Altersheim ehemalige Musiker aufeinander, lauter eigenwillige Typen.

Der Schauspieler ist in zweiter Ehe seit 37 Jahren mit der Anwältin Lisa Gottsegen verheiratet. Sein Leben sei durchaus mal traurig oder deprimierend gewesen, aber nie langweilig, sagte Dustin Hoffmann einmal in einem Interview: „Nichts ist für mich selbstverständlich. So etwas lernt man mit dem Alter.“

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