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Schneller, höher, weiter

Von Das Publikum feierte die Techno-Pioniere auf ihrer "The-Big-Mash-Up"-Tour wie auf einer Loveparade.
"Scooter" in der Frankfurter Jahrhunderthalle. "Scooter" in der Frankfurter Jahrhunderthalle.
Frankfurt. 

Wenn die olympische Devise "Schneller, höher, weiter" auf eine Band zutrifft, dann auf "Scooter". Schneller, was die Rhythmen ihrer simpel gestrickten Songs betrifft, die mit Hunderten Beats per Minute aus den Maschinen gekitzelt werden, höher, was die Lichtfontänen betrifft, die die Halle auf der grünen Wiese mitunter taghell erleuchteten, und weiter, was das Feld von Zuschauern und Fans betrifft, ein Meer der tanz- und feierwütigen Raver. Die Medaillenvergabe könnte folgendermaßen aussehen: Silber und Bronze für Rick J. Jordan und Michael Simon, die an allerlei technischem Equipment sich zu schaffen machen, und ganz klar die Goldmedaille für H. P. Baxter, bürgerlich Hans Peter Geerdes, den blondierten Frontmann der Formation, die weder Kosten noch Mühen gescheut hat und ein Spektakel hinlegt, das seinesgleichen sucht.

LED-Effekte und Pyrotechnik werden eingesetzt, dass einem mitunter Hören und Sehen vergeht. Konzert ist der falsche Begriff für diese Show, die immer wieder zirzensisch anmutet. Dazu ertönen in rascher Folge, nun ja, von wummernden Bässen geprägte "Lieder", die sich in Struktur und Klang doch sehr ähneln wie "Move Your Ass!", "How Much Is The Fish?", "Hyper Hyper", "Maria (I Like It Loud)" und "Weekend!", die zwei Stunden lang für Ekstase sorgen und eine geballte Triebabfuhr für die teils sehr jungen Fans liefern.

Dabei wird das Prinzip "Mash Up" wörtlich genommen. "Scooter" haben es zu einer gewissen Meisterschaft gebracht, Rock- und Pop-Zitate munter zusammenzumischen und im schnell rotierenden Techno-Generator durchzukneten. Bei "David Doesn’t Eat" wird Nick Strakers Discoknaller "A Walk In The Park" geschickt verwurstet, "It’s A Biz" zitiert Chaka Khans "Ain’t Nobody", während der Refrain von "Nirvanas" "Lithium" als melodische Basis für "The Only One" dient. "Jump That Rock" wiederum sampelt ein Stück von einer Band, die die meisten ob ihres Alters kaum kennen dürften, nämlich "Whatever You Want" von den unverwüstlichen britischen Boogie-Rockern "Status Quo".

Die Tantiemen für diese Vorbilder zu zahlen, dürfte kein Problem sein für "Scooter", denn Tour und Album laufen derzeit wie geschmiert. Es sind gerade die schlagwortartigen Texte und die an alle Sinne appellierenden Beats, die tief in die Magengegend hauen und die den Erfolg seit den 90er Jahren garantieren. Wieviel von diesem Soundtrack tatsächlich live gespielt und welche Parts aus der Konserve kommen, ist letztlich egal.

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