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Comic: Seit 50 Jahren sind die Abenteuer von Asterix und Obelix auf Deutsch erhältlich

Mittlerweile sind 37 Alben erschienen, es gibt 74 Mundartfassungen und mehr als 120 Millionen verkaufter Exemplare - eine einzigartige Erfolgsgeschichte.
Asterix - Superstar Galliens. Foto: Etienne Laurent Asterix - Superstar Galliens.

Die Namen des kleinen Galliers und seines dicken Freundes, der gern handgreiflich wird, wenn man ihn als „dick“ bezeichnet, gehören längst zum deutschen Allgemeinwissen. Die gelungene Übersetzung der französischen Originale war die Basis des deutschen Erfolgs. Sie macht sogar vergessen, dass Asterix und Obelix zuerst unter falschem Namen in Deutschland auftraten.

Acht Seiten Geschichte

Am 18. Dezember 1968 erschien „Asterix der Gallier“ im Ehapa-Verlag in deutscher Übersetzung. Als verfrühte Jubiläumsausgabe gab der Verlag jetzt eine Ausgabe dieses ersten Asterix-Albums heraus, die auf acht zusätzlichen Seiten das Phänomen „Asterix und Obelix“ historisch beleuchtet. Verschwiegen wird dabei auch nicht das unrühmliche erste Kapitel der beiden Comicfiguren, das schon vor ihrem mittlerweile offiziellen deutschen „Geburtstag“ im Dezember liegt.

Ab März 1965 brachte Rolf Kauka, der Verleger von „Fix und Foxi“, in der Comiczeitschrift „Lupo modern“ eine Variante der beiden Gallier heraus, die nicht übersetzt, sondern umgeschrieben war. In Kaukas Fassung wurden aus Asterix und Obelix die Germanen Siggi und Babarras, das namenlose Dorf wurde zu „Bonnhalla am Rhein“ und der Druide Miraculix mutierte zum „Hexenmeister Konradin“ in Anspielung auf den ersten Kanzler der jungen Bundesrepublik, Konrad Adenauer. Das Römische Reich heißt „Natolien“ in Anspielung auf das junge Militärbündnis Nato. Die nationalistische Kritik an der Bonner Republik war überdeutlich.

Auf den umgeschriebenen Comic reagierten die Asterix-Schöpfer René Goscinny und Albert Uderzo mit einer Abmahnung, dann kam es zu einem Prozess gegen Kauka. Er endete mit dem Lizenzverlust für den Verleger – was ihn jedoch nicht davon abhielt, drei weitere Abenteuer zu veröffentlichen.

Der Ehapa-Verlag, der die Rechte im Anschluss erwarb, engagierte die junge Übersetzerin Gudrun Penndorf. Sie hatte zuvor „Walt Disney’s Lustige Taschenbücher“ aus dem Italienischen übersetzt und war von Erika Fuchs, der legendären Donald-Duck-Übersetzerin, angelernt worden. Erst spät erfuhr sie, dass der Autor sich ihre ersten Texte hatte rückübersetzen lassen, um ihre Arbeit zu kontrollieren.

Der Witz liegt im Detail

Nicht zuletzt Penndorfs Übersetzung verdankt der deutsche Asterix seinen Witz, der oft im Detail liegt, wie etwa bei den Eigennamen. Während Asterix und Obelix in allen Fassungen auf der Welt gleich heißen, musste der Name von Majestix, dem Häuptlings des Dorfs, neu erfunden werden. Im Original heißt er „Abraracourcix“ – ein Spiel mit der französischen Redensart „frapper à bras raccourcis“, was so viel bedeutet wie „mit hochgekrempelten Ärmeln zuschlagen“.

Noch heute basieren die Übersetzungen der ersten 29 Alben auf Gudrun Penndorfs Arbeit. Ende der 1980er Jahre wurden einige Passagen überarbeitet. Die 74 Fassungen in deutschen Mundarten, von Alemannisch über Neuhessisch bis Wienerisch, beweisen, dass auch andere Varianten ihren Charme haben. Angeregt vom Erfolg der deutschen Dialektfassungen gibt es mittlerweile sogar französische Regionalausgaben, jedoch von geringerer Bedeutung und Reichweite.

Der Ruhm und die Bedeutung der beiden unbeugsamen Gallier bemisst sich jedoch nicht allein an den weltweit mehr als 370 Millionen verkauften Exemplaren. Ein dünnes amerikanisches Comicheft von 1986 erzählt von einer Reise in die Vergangenheit, in der Superman unter den Einfluss eines römischen Zauberers gerät. Der will, dass Superman ein Dorf unbeugsamer Gallier angreift. Ein dicker Gallier dort, den man nie zu Gesicht bekommt, hat endlich einen Gegner, der nicht nur austeilen, sondern auch einstecken kann. In Supermans Gegner Obelix zu erkennen, ist nicht schwer. Tiefer kann man den Hut vor Asterix und Obelix kaum ziehen.

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