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Melanie C bringt ihre erfolgreichsten Hits mit nach Offenbach: Selbst der größte Glamour vergeht: Sporty Spice war einmal

Das frühere „Spice Girl“ Melanie C schlägt sich im Offenbacher Capitol wacker mit einem Best-Of und verliert auch die Gegenwart nicht aus dem Blick.
Melanie C in Offenbach. Foto: Sven-Sebastian Sajak Melanie C in Offenbach.
Offenbach. 

Elegante Flickflacks und andere kühne Sprünge wie zu Zeiten der „Spice Girls“ macht sie nicht mehr. Wildes Rumhüpfen auf klobigen schwarzen Plateausohlen in einem Look, der sich nicht entscheiden kann, ob er Glam oder Gothic sein möchte, liegen Melanie C alias Mel C alias Melanie Jayne Chisholm aber noch immer. Zumindest wenige Minuten lang, fast am Ende ihres umjubelten Konzertgastspiels im Offenbacher Capitol.

Da wirbelt sie im Zugabenteil im schlichten schwarzen Kleid, nachdem sie sich gerade im Duettsong „Hold On“ mit ihrem Vorprogramm Alex Francis recht gefühlvoll präsentiert hatte, noch einmal so richtig wüst im Punk-Pop-Rock von „Think About It“ herum. Doch es bleibt das einzige Mal, dass die heute 43 Jahre alte Britin leidenschaftlichen Körpereinsatz zeigt und so richtig vom Leder zieht.

Als Mitglied des Britenfünfers „Spice Girls“ führte Melanie C in den Erfolgsjahren von 1994 bis 2000 ein turbulentes, erfolgreiches Leben rund um den Globus. Sie füllten Stadien. Heute darf sich Melanie C glücklich schätzen, dass sich im Capitol zumindest der Innenraum einigermaßen mit Besuchern füllt. „Nothing last’s forever, but you’re wrapped around my DNA“, heißt es in den Textzeilen aus dem Titelsong ihres jüngsten Albums. Gekommen, um sie zu unterstützen, sind Menschen beiderlei Geschlechts so um die 40 mit Nostalgie im Blick. Eingefunden haben sich aber auch erstaunlich viele junge Damen. In ihrem bunten Repertoire blickt die Sängerin, Komponistin und Schauspielerin zurück auf eine eindrucksvolle Solokarriere, vergisst dabei aber auch nicht ihr im Oktober vergangenes Jahr erschienenes siebtes Soloalbum „Version Of Me“ zu promoten.

Auch solo erfolgreich

Von den fünf Würzmädchen, die einst weltweit Fanherzen höher schlagen ließen, blieb einzig Melanie C eine veritable Solokarriere vergönnt. Böse Zungen behaupten gar bis heute, dass Mel C auch das einzige „Spice“-Mitglied gewesen sei, dem die Berufsbezeichnung Sängerin und Entertainerin tatsächlich zugestanden habe. Außer der vermeintlichen Medienikone Victoria Beckham, die sich seit Jahren in stocksteifer Pose als Modedesignerin versucht, hat keine der anderen Mädels auch nur annähernd Erfolg gehabt. Vor allem in Deutschland erfreute sich Mel C stets großer Beliebtheit, dudelte mit ihren stets zwischen Pop, Rock, Elektro und Club angelegten Ohrwürmern im Formatradio rauf und runter.

„Anymore“ von der aktuellen CD vereint denn auch sämtliche bekannte Zutaten, live dargebracht von einer vierköpfigen Begleitband, die den beschwingten Club-Charakter der Songs noch intensiviert. Im Publikum beginnt das große Kopfnicken und Mitwippen, das erst mit dem Song „I Turn To You“ endet, einst ebenso eine Nummer eins in Großbritannien wie das ebenfalls ins aktuelle Programm integrierte „Never Be The Same Again“. Dem Titelsong „Version Of Me“ folgt eine sehr eigenwillige Betrachtung der „Spice-Girls“-Saga, über die sich wochenlang die Londoner Boulevard-Presse ausließ, weil Melanie darin angeblich auch ein wenig schmeichelhaftes Porträt von Mel B zeichnet.

Mel B dürfte derzeit ohnehin medial bedient sein mit spektakulärer, von diversen Skandalen (Sex, Prügel, Geld etc.) umflorter Scheidung von Ehemann Stephen Belafonte, Sohn von Calypso-Legende Harry Belafonte. Um den Reigen aus Altem und Neuem etwas aufzulockern, flicht Melanie C gleich mehrere Coverversionen ein: „Human“ vom imposanten Schwergewicht Rag ’n’ Bone Man gelingt recht passabel, „First Day Of My Life“ von Andrea Bocelli ziemlich hymnisch und „Say You’ll Be There“ von den „Spice Girls“ so wie es alle im Capitol ohnehin erwartet hatten. Zu jenem Zeitpunkt sind die harten Fans vor der Bühne längst in Fahrt geraten. Tanzen, mitsingen, Arme schwingen und das Idol aus Jugendtagen, das nur wenige Meter im Rampenlicht sein Bestes gibt, gehörig anschwärmen. Für die Anhänger schwebt Melanie C als noch immer unerreichbarer Star fernab schnöder Realität im ewigen Pop-Olymp aus Luxus, Ruhm und Unvergänglichkeit.

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