Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Titelbild Mainova Marathon Laufsport - alles rund um den Mainova IRONMAN Frankfurt 2017 Frankfurt am Main 23°C

Komiker Otto Waalkes in der Alten Oper Frankfurt: Selbst ein Vollpfosten kann noch Englisch lernen

Kalauer, Parodien, Handpuppentheater, Zoten: An drei Abenden erschütterte der ostfriesische Comedy-Altmeister Otto Waalkes in der Alten Oper die Zwerchfelle des Publikums.
Otto spielt im Leuchtturm E-Gitarre. Foto: Sven-Sebastian Sajak Otto spielt im Leuchtturm E-Gitarre.

Im Showgeschäft weiß jeder: Wer über Jahre dauerhaft erfolgreich bleiben möchte, benötigt ein Publikum, das aus mehreren Generationen besteht. Otto Waalkes, im Dauereinsatz seit 1973, vereint am ersten von drei ausverkauften Abenden in der Alten Oper ein Publikum von 6 bis 86. Kleine wie große Kinder trollen sich zum Großmeister des Slapstickhumors, um sich 90 Minuten lang das Zwerchfell bearbeiten zu lassen.

Besucher mit den teuren Tickets nah an der Bühne befinden sich beim aktuellen Programm „Holdrio again“ klar im Vorteil. Gleich mehrmals dürfen sie darauf hoffen, dass sie vom ostfriesischen Altmeister zünftig eingekleckert werden: Ein von Otto Waalkes genommener Schluck Wasser aus der Pulle landet ebenso direkt in den ersten Sitzreihe wie bei der feucht-fröhlichen Backszene Scheuerpulver, Blumenkohlgehacktes, Ei und Öl. Unter laut hörbarer Schadenfreude der restlichen Zuschauer.

Neue Werbeflächen

Kalauer serviert das 68 Jahre alte Multitalent am laufenden Band. Quasi so zwischendurch, während der Blödelbarde sich im typischen Otto-Walk von links nach rechts in seinen mit Leuchtturm und Dat Otto Huus bestückten Kulissen bewegt: „Was passiert, wenn man einen grünen Apfel ins rote Meer wirft? – Er wird nass!“ Oder: „Wie nennt man ein helles Mammut? – Helmut.“ Oder den: „Mit 20 Jahren hab ich zum ersten Mal geküsst, davor nur rumgebumst.“

Bilderstrecke Blödel-Alarm in der Alten Oper: Otto Waalkes strapaziert die Lachmuskeln
Deutschlands beliebtester Blödel-Star, Otto Waalkes, stand am Wochenende in der Frankfurter Alten Oper auf der Bühne. Der Komiker ist derzeit auf großer Tournee und an drei Tagen in der Mainmetropole zu Gast. <b>Wir haben die Fotos!</b>Deutschlands beliebtester Blödel-Star, Otto Waalkes, stand am Wochenende in der Frankfurter Alten Oper auf der Bühne. Der Komiker ist derzeit auf großer Tournee und an drei Tagen in der Mainmetropole zu Gast.Deutschlands beliebtester Blödel-Star, Otto Waalkes, stand am Wochenende in der Frankfurter Alten Oper auf der Bühne. Der Komiker ist derzeit auf großer Tournee und an drei Tagen in der Mainmetropole zu Gast.

Pointen sausen im Minutentakt hernieder auf ein Publikum, das kollektiv auf Kommando wie Jungwölfe heult, wie ein Dachs keckert, unanständig breit wie eine Kröte quakt und minutenlang zig Gassenhauer singt, die das Komiker-Idol auf seiner Gitarre anspielt. Wenn das Unikum seine Otto-Flügelkappe mit angepapptem Blondhaar absetzt, zeigt er ein beeindruckend kahles Haupt gepaart mit Selbstironie: „Da sehen Sie noch mehr Gesicht sowie zusätzliche Werbeflächen.“ Viele neue Gags finden sich. Doch das Publikum liebt die Klassiker: „English For Followers“ – „Englisch für Vollpfosten“ etwa, aufgefrischt für die jüngeren Generationen mit PC-Kurs. Da avanciert der „Download“ zum „Durchfall“, „Upload“ zur „Verstopfung“ und „Windows“ steht für „Blähungen“. Ferner lässt der ehemalige Kunstpädagogikstudent wissen: „The Backup is important – der Bäcker ist impotent“ und hängt noch ein „He needs no I-Pad – er benötigt keinen Eierbecher“ dran. Kurz vor der Pause schlägt die Stunde für die Jüngsten. Waalkes verteilt per Hand und Konfettikanone bunte Plüsch-Ottifanten. Charlotte darf auf die Bühne. „Wie alt bist du?“, fragt Onkel Otto. „Neun“, antwortet die Kleine. Und auf die Frage, was sie mal werden möchte, kontert Charlotte: „Zehn“. Otto hat’s ihr geflüstert.

Im zweiten Teil präsentiert sichvor allem der virtuose Musikus. Ottos fingerflinke Kabinettstückchen auf der Akustikgitarre, von Klassik über Pop bis Rock, dürften so manchem professionellen Sechssaitenzupfer den Angstschweiß auf die Stirn treiben. Doch das zunehmend erheiterte Publikum sieht in erster Linie den Spaßmacher und die Ulknudel, wenn Otto in einem weiteren Gag-Evergreen namens „Hänsel und Gretel“ sich mit veränderten Texten durch die Musiklandschaft ackert: Ob Max Giesinger, Helene Fischer oder Herbert Grönemeyer – allesamt werden verwurstet.

Als Glanzlicht erweist sich das Handpuppentheater in verteilten Rollen mit „Ice-Age“-Faultier Sid und Ottifant Manni im derben Format: „Bilden Sie mal einen Satz mit. . .“, das auf den Dichter und Humoristen Robert Gernhardt zurückgeht. Zum Schluss gibt es noch einmal abgewandelte Versionen internationaler Hits: Aus Stings „Englishman In New York“ wird „Friesenjung“, Billy Joels „Piano Man“ mutiert zu „Grund zum Feiern“ und Michael Holms „Tränen lügen nicht“ zu „Dänen lügen nicht“.

Zur Startseite Mehr aus Kultur

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse