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Neuer Kinofilm mit Meryl Streep: Selbstverwirklichung wird ranzig

Von Die Schauspielerin ist als alternde Rockmusikerin zu sehen, die daran erinnert wird, dass sie Mann und Kinder für ihre Karriere aufgegeben hat.
Rocksängerin Ricki (Meryl Streep) tritt mit ihrer Band »Flash« in den immerselben Kneipen von Los Angeles auf. Foto: Sony Rocksängerin Ricki (Meryl Streep) tritt mit ihrer Band »Flash« in den immerselben Kneipen von Los Angeles auf.

In den 80er Jahren war die weibliche Selbstfindung für manche Frauen wichtiger als alles andere auf der Welt. Und so hat auch Ricki (Meryl Streep) sich nicht um ihr Dasein als Ehefrau und Mutter geschert, hat Mann und Kinder in Indianapolis sitzenlassen und ist mit ihrer Gitarre losgezogen, hin nach Los Angeles, hin zur Rockmusik, hin zu einer eigenen Band namens „Flash“ und hin zu Mitmusiker Greg (Rick Springfield), der ihr neben seinen fantastischen Gitarrensoli noch manch andere Verzückungen zu bieten hatte.

Das alles ist lange her, aber Ricki spielt noch immer die selben Songs in den selben Kneipen vor den immerselben Gästen. Ihre drei Kinder sind mittlerweile erwachsen, und trotzdem wird Ricki von ihrem neu verheirateten Ex-Mann (Kevin Kline) noch einmal um Hilfe gebeten: Tochter Julie steckt in einer tiefen Scheidungskrise. Ricki eilt nach Indianapolis. Doch bei der familiären Wiederbegegnung mitsamt Tochter und Söhnen gibt es nur wenige gute Erinnerungen auszutauschen und noch weniger freundliche Worte.

Die Grunddramatik von „Ricki – wie Familie so ist“ ist schnell dargelegt und ebenso schnell auserzählt, so dass der Film bereits nach wenigen Minuten in die Verlegenheit kommt, noch reichlich verbleibende Zeit füllen zu müssen. Das Drehbuch ist dabei keine große Hilfe. Es bietet zu wenig erzählerisches und auch dramatisches Material. Der Konflikt zwischen Rickis Selbstverwirklichungsdrang und ihrem spät erwachenden mütterlichen Gewissen ist kaum ausgearbeitet, obwohl er viele Möglichkeiten in sich geborgen hätte.

Regisseur Jonathan Demme („Das Schweigen der Lämmer“) widmet sich mithin ausgiebig den musikalischen Auftritten seiner Hauptfigur Ricki und ergötzt sich an der schauspielerischen Ausstrahlung seiner Hauptdarstellerin Meryl Streep. An deren Charisma gibt es nichts zu zweifeln, zumal sie mit ihren 66 Jahren noch stramm auf der Bühne steht. Gerade deshalb aber wird ihre darstellerische Unterforderung umso spürbarer. Nicht ausgelastet scheint auch Meryl Streeps Tochter Mamie Gummer, die hier ihre depressive Filmtochter spielt und einen interessanten Eindruck macht, aber nur wenig Gelegenheit erhält zu verraten, was möglicherweise an Talent in ihr steckt.

(Schwach)

 

 

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