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Film-Kritik zu "Hell or High Water": Sheriff in einem Todestal

Von Der schottische Regisseur David Mackenzie begleitet in "Hell or High Water" Jeff Bridges als Gesetzeshüter, der zwei Bankräuber durch ein heruntergekommenes Land verfolgt.
Sheriff Marcus (Jeff Bridges, links) und sein Kollege Alberto (Gil Birmingham) jagen zwei junge Männer, die Banken überfallen, um sich jenes Geld wiederzuholen, das sie den Kreditinstituten für ihre Häuser zahlen mussten. Foto: Lorey Sebastian (Paramount Pictures) Sheriff Marcus (Jeff Bridges, links) und sein Kollege Alberto (Gil Birmingham) jagen zwei junge Männer, die Banken überfallen, um sich jenes Geld wiederzuholen, das sie den Kreditinstituten für ihre Häuser zahlen mussten.

Die Geschichte ist auf dem texanischen Land angesiedelt. In der Weite des Westens schlägt Amerikas Herz. Doch dieses Herz singt keine fröhlichen Cowboy-Songs mehr, sondern Moritaten, melancholisch und grimmig wie der Gitarren-Soundtrack von Nick Cave und Warren Ellis. Ein Schild mit der Aufschrift „For Sale – zu verkaufen“ steht vor jedem zweiten Farmhaus, an dem die Bankräuber Toby (Chris Pine) und Tanner (Ben Foster) auf ihrer kriminellen Fahrt vorbeikommen. Die Eltern der beiden Brüder ruhen tot in einer Erde, die sich Bankkonzerne unter den Nagel gerissen haben. Die kleinen Leute wurden in den Ruin getrieben.

Um die Ranch der Familie zu retten, drehen Toby und Tanner die Sache um und überfallen die Filialen jenes Geldinstituts, an dessen Zinsgier ihre Zukunft zu ersticken droht. Während sie die Diebestour von einem verstaubten Örtchen in das nächste führt, schlagen den Gangstern heimlich Sympathien entgegen – von unterbezahlten Kellnerinnen, bankrotten Farmern und arbeitslosen Irak-Veteranen. Meisterhaft fängt Kameramann Giles Nuttgens die Gesichter alleingelassener Menschen in einem verödenden Land ein. Sie begreifen sich als Verlierer der Globalisierung, bitter enttäuscht von Obamas allzu optimistischen Versprechungen „Yes, we can“.

Klug und lobenswert, dass es Drehbuchautor Taylor Sheridan („Sicario“) nicht bei der Schwarz-Weiß-Kontrastierung der modernen Robin Hoods und des bösen Wirtschafts-Establishment belässt. In der Figur des Soziopathen Tanner offenbart sich, was geschieht, wenn Enttäuschung in Extremismus umschlägt. Denn Tanner, herausragend verkörpert vom häufig unterschätzten Ben Foster, findet bald Gefallen daran, seine Pistole nicht allein zur Abschreckung unkooperativer Bankbeamter einzusetzen. Sehr zum Entsetzen des sensiblen Toby, gefühlvoll gespielt von Chris Pine („Star Trek“). An die Fersen der ungleichen Brüder heften sich zwei Texas-Ranger, der Halb-Indianer Alberto (Gil Birmingham) und der kurz vor der Pensionierung stehende Zyniker Marcus – eine Paraderolle für den knurrig-charmanten Jeff Bridges. Das Sheriff-Paar verbindet ein tiefes, freundschaftliches Gefühl, das sie fein hinter derben Sprüchen zu verbergen wissen. So schleicht sich zwar gelegentlich eine schwarzhumorige Note in das Drama, wie bei den Filmen der Coen- Brüder. Aber der Ton bleibt ernst, im Stil eines Romans von Cormac McCarthy („No Country for old Men“). Wenn die Leichen den Pfad der Räuber säumen, bleibt jegliches Lachen im Halse stecken. Das bleihaltige Finale mündet in einen grandiosen Dialog zwischen Pine und Bridges, in dem es um Seelenfrieden geht. Der Weg dorthin scheint unausweichlich durch ein Tal des Todes zu führen. Herausragend

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