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So böse wie vermutet

Mit „Temper Temper“ hat das Heavy-Metal-Quartett „Bullet For My Valentine“ sein viertes Album eingespielt. Die Songs sind milder, aber nicht weiser.

Oh, das sieht nicht gut aus! Zwei in Blut getränkte Hände zeigt das Cover des neuen Albums von "Bullet For My Valentine". Da hätten sich die vier Waliser etwas Hübscheres zum Angucken einfallen lassen können. Denn so böse, wie es das Coverbild vermuten lässt, ist die Musik der Metal-Band schließlich gar nicht.

Schon beim Eröffnungsstück, "Breaking Point", merkt man, dass es hier trotz der fies geschrubbten E-Gitarren und hämmernden Double-Bass-Drums im Grunde genommen Pop-Musik zu hören gibt. Der Song hat eine recht gefällige Melodie. Bloß, dass "Bullet For My Valentine" ihn geschickt in das Metal-Genre übertragen haben. Leider ist eben das die einzige innovative Leistung, die die Band auf ihrem Album elf Mal wiederholt: hier mehr und dort weniger deutlich durchschaubar.

Also gibt es auch bei dem Song "Truth Hurts" gediegenen Designer-Metal, der geschmeidig seinen Weg in die Gehörgänge des Musikfreunds finden will. Zumindest ein verwöhnter Kenner wackelt somit bei "Temper Temper" mit dem Kopf nicht wie gewohnt froh von oben nach unten, sondern enttäuscht von links nach rechts. Derart öde ist der Titelsong ob seiner ständigen Wiederholung derselben Zeilen geraten.

Überhaupt wirken die Texte von Matt Tuck wenig anspruchsvoll. Wenn er in "P. O. W." von seiner dunkelsten Stunde, einem Ort, an dem es kein Licht gibt, und dem Alptraum, in dem er gefangen ist, singt, so wirkt dies überaus abgeschmackt. Auch sonst pflegt Matt Tuck das latent Weinerliche sorgsam.

Wenn die Band wenigstens musikalisch ein bisschen Neuland erobern würde! Aber leider erinnert alles, was "Bullet For My Valentine" technisch souverän abliefern, an Phrasen, die man so oder ähnlich allzu oft und besser gehört hat. So schimmern in den Songstrukturen wiederkehrend die Einflüsse des großen Vorbildes "Metallica" durch. Stellenweise erscheint sogar deren kraftvoller Sound als gut imitiert. Tragisch nur, dass sich kein Song auf "Temper Temper" zu etwas wirklich Eigenständigem entwickelt und überrascht.

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