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Sogar Männer verdienen Liebe

In der Frankfurter Jahrhunderthalle trafen die amerikanischen Neo-Soul-Koryphäen Mary J. Blige und Maxwell aufeinander.
Mary J. Blige gibt Rat in Herzensangelegenheiten. Foto: Sven-Sebastian Sajak Mary J. Blige gibt Rat in Herzensangelegenheiten.

Von null auf hundert: Mary J. Blige gelingt mühelos, wozu manche Künstlerkollegen erst einmal eine Aufwärmphase benötigen. Mit kokettem Augenaufschlag und satt verabreichten Soul-Funk-Portionen verwandelt sie die Jahrhunderthalle in ein heißes Saturday-Night-Fever-Szenario. Als passionierte Verwahrerin des Erbes von Aretha Franklin und Diana Ross startet die verrucht sexy gekleidete Entertainerin mit ihrem kompetenten Begleitensemble pünktlich das Doppel-Package „King And Queen Of Hearts“.

Seit ihrem Karrieredurchbruch mit dem Debüt „What’s The 411?“ von 1992 spezialisierte sich die platinblonde Tochter eines Jazzmusikers mit der mühelos gospelnden Mehroktavenstimme auf Dramatisches um Liebeskummer und Herzeleid. Zum Einstieg in ihre feministischen Erläuterungen rät Mrs. Blige dem mehrheitlich weiblichen Publikum erst einmal sich selbst zu lieben: „Love Yourself“ bildet auch den Auftakt eines grandios ineinander überblendenden Medleys aus tanzbaren Muntermachern mit weiteren Instruktionen an die Damenwelt wie „Love Is All We Need“ und „Love No Limit“. An die Herren richtet die Songautorin hingegen die Botschaften „Share My World“ und „Take Me As I Am“. Aus dem privaten Nähkästchen plaudert die 45 Jahre alte New Yorkerin auch in einigen Monologen. Reichte die millionenschwere Künstlerin nach zwölfjähriger Ehe mit Gatte und Manager Martin „Kendu“ Isaacs doch erst kürzlich die Scheidung ein. Nach einem Kostümwechsel setzt sich der mit Bildprojektionen untermalte Feminismusdiskurs bis zum finalen „Family Affair“ fort: Von der Durchalteparole „Strength Of A Woman“ über „I’m Going Down“ bis hin zur Erkenntnis „No More Drama“ reicht die Palette.

Quasi als äquivalenter Weichzeichner fungiert nach einer Pause der ebenfalls im Big Apple sozialisierte Maxwell. Während Blige auf das Trennende der Geschlechter pocht, sucht der attraktive Vokalist (43) mit Faible für Falsett in seinem überwiegend balladesken, ebenfalls von einer Videoclipflut heimgesuchten Repertoire nach Gemeinsamkeiten. Über „Fortunate“, „Ascension“, „Bad Habits“ und lauschige Stunden mit der Liebsten am „Lake By The Ocean“ säuselt der in einen dreiteiligen grauen Anzug gekleidete Frauenschwarm gefühlvoll. Leider leistet sein Toningenieur schlechte Arbeit. Unangenehm vibrierende Bässe in ohrenbetäubender Lautstärke verunstalten die sensiblen Gefühlsausbrüche.

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