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Sommer der Ausgeflippten

Von Blake Jenner spielt in Linklaters 80er-Jahre-Werk den kraftstrotzenden jungen Mann, der kurz vor Semesterbeginn auf dem Campus groß Party macht.
New Boy in Town: Jake (Blake Jenner) hat seine Schallplattensammlung und seine Baseball-Ausrüstung auf dem Rücksitz, als er mit seinen Habseligkeiten in der texanischen College-Stadt ankommt, wo in drei Tagen das Semester beginnt. Foto: Van Redin (Constantin Film) New Boy in Town: Jake (Blake Jenner) hat seine Schallplattensammlung und seine Baseball-Ausrüstung auf dem Rücksitz, als er mit seinen Habseligkeiten in der texanischen College-Stadt ankommt, wo in drei Tagen das Semester beginnt.

Der amerikanische Filmemacher Richard Linklater ist mit einem einzigen Kinobeitrag schlagartig berühmt geworden. „Boyhood“ hieß das Werk, in dem der Regisseur einen Jungen (gespielt von Ellar Coltrane) über zwölf Jahre hinweg beim Erwachsenwerden beobachtete. Es war ein ausgesprochen gelungener künstlerischer Versuch, das Kino so weit wie möglich der Wirklichkeit anzunähern, und doch immer den nötigen Abstand zu wahren. Denn ein Film kann selbstverständlich niemals Einunddasselbe wie das wahre Leben sein.

Die Kunst der gezielten Beobachtung, die immer Annäherung bleibt, aber nie in Aufdringlichkeit verfällt, beherrscht Linklater auch in „Everybody wants some!!“ formvollendet. Es geht erneut ums Erwachsenwerden, und zwar ebenso schlicht, aber wirkungsvoll, wie Linklater es seit seinen Jugendfilmen „Sommer der Ausgeflippten“ und „Rumtreiber“ regelmäßig vorgeführt hat. Diesmal kreist das Geschehen um eine Mannschaft aus kraftstrotzenden jungen Baseballspielern, die kurz vor Semesterbeginn am College in ihre Wohngemeinschaft zurückgekehrt sind. Jake (Blake Jenner) kommt als Pitcher neu dazu. In seinem Chevy donnert die Popmusik des Jahres 1980 aus dem Radio, als er über den Campus kurvt und den Girls in ihren Hot-Pants hinterherschaut.

Drei Tage sind es noch bis zum Vorlesungsbeginn, und der Film spürt der besonderen Stimmung dieser Stunden innerhalb der Mannschaft nach. Was machen die (angehenden) College-Studenten? Das, was alle Studenten schon immer gemacht haben: Partys veranstalten, Tanzen gehen sowie mit Biertrinken und Damenbesuch gegen die Hausordnung verstoßen. Im Gegensatz zum Rest der Sportler aber reißt Jake weder den Mund groß auf, noch irgendwelche Mädchen. Er ist der Typ, der sich die Dinge erst mal genauer anschaut und sich sein Teil denkt – ohne deshalb gleich ein Weichling zu sein.

Die Stärke des Charakters und der Fantasie, die dieser Hauptfigur im Laufe der erzählten 72 Stunden zuwächst, gibt dem Film Halt und kräftigt das Atmosphärische: den Eros der Jugend, die sich austobt, bevor sie sich zum Lernen auf den Hintern und in die Vorlesungssäle setzen muss. Linklater, geboren 1960 in Texas, wo „Everybody wants some!!“ spielt, dürfte an seine eigenen wilden Jahre gedacht haben, als er das Drehbuch verfasste. Doch er erweitert seine persönlichen Erfahrungen so, dass sie nachvollziehbar werden für alle anderen, die mal 18 Jahre alt waren und voller Lust aufs Leben – aber im Kopf auch reichlich durcheinander. Sehenswert

Frankfurt: Berger (D+OmU), Harmonie. Limburg: Cineplex. Mainz: Residenz & Prinzess

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