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Oper Frankfurt: Subtile Gespräche inmitten des Kriegs bei "Capriccio"

Von Richard Strauss’ Konversationsstück für Musik „Capriccio“ wurde am Frankfurter Opernhaus zum ersten Male wieder aufgenommen.
Kirsten MacKinnon als Gräfin in Wagners Capriccio in der Frankfurter Oper. Foto: Barbara Aumüller Foto: Barbara Aumueller (© Barbara Aumüller) Kirsten MacKinnon als Gräfin in Wagners Capriccio in der Frankfurter Oper. Foto: Barbara Aumüller
Frankfurt. 

Seit ihrer Premiere Anfang dieses Jahres musste die gefeierte Inszenierung von Brigitte Fassbaender also nicht lange warten, um wieder auf den Spielplan zu gelangen. Schon die ersten Klänge eines versonnenen Streichsextetts verrieten, dass es sich bei der letzten zu Lebzeiten des Komponisten aufgeführten Strauss-Oper um etwas Besonderes handelt: ein Konversationsstück mit Musik – Texthandlung und Musik stehen sich auf Augenhöhe gegenüber.

Mitten im Krieg

Der alte Streit der Theaterleute beschäftigt auch in „Capriccio“ die Gemüter – Strauss setzt ein vornehmes französisches Theater in Szene, mitten im zweiten Weltkrieg 1942. Fassbaender konnte dieses wichtige Detail zur Entstehungsgeschichte nicht übergehen – in einer Art Lichtcollage wird die kriegerische Realität vorgeführt und auch aus der Person der Gräfin spricht der harte Kriegsalltag – sie ist eine Kämpferin der Resistance.

Zu all dem steht die subtile und gefühlvolle Streichermusik aus dem Orchestergraben in wirkungsvollem Kontrast. Lothar Koenigs leitete zum ersten Mal das Opern- und Museumsorchester, das sich diesmal in leisen, fast kammermusikalischen Tönen zu üben hatte. Graf und Gräfin waren in Person von Sebastian Geyer und Kirsten MacKinnon Neubesetzungen, die mit klaren stimmlichen Konturen und ausgewogener Balance aufwarteten.

Würde des Theaters

Von der Premiere kannte man noch AJ Glueckert als Flamand und Alfred Reiter als Theaterdirektor La Roche mit einem eindrucksvollen, leidenschaftlichen Plädoyer für Geist und Würde des Theaters.

Dass es während der gesamten zweieinhalb Stunden Spielzeit stets auch ein wenig selbstironisch zugeht bei den Theaterleuten, versteht sich von selbst. Sinnbild für diese Komik ist Tenor Hans-Jürgen Lazar in der Rolle des ewig schläfrigen Souffleurs Monsieur Taupe, der am Ende des Theaters in der Oper einen gewichtigen Auftritt hat.

Von allem war das Publikum sehr angetan. Der Schlussapplaus galt aber auch dem Bühnenbildner Johannes Leiacker, der erst kürzlich für seine überzeugende Frankfurter Arbeit ausgezeichnet worden ist.

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