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Konzert im Frankfurter Gibson Club: Talib Kweli und „The Soul Rebels“ : Der Rapper und die Blechbläser

Der New Yorker Rapper Talib Kweli und das Brass-Ensemble „The Rebels“ aus New Orleans ergänzten sich vortrefflich.
Souveräner Rapper aus Big Apple: Talib Kweli bei seinem Frankfurter Auftritt im „Gibson“-Club auf der Zeil. Foto: Sven-Sebastian Sajak Souveräner Rapper aus Big Apple: Talib Kweli bei seinem Frankfurter Auftritt im „Gibson“-Club auf der Zeil.
Frankfurt. 

Endlos lang liest sich die Liste an Tonträgern des New Yorker Rappers, Texters und Komponisten Talib Kweli: Zwischen regelmäßig veröffentlichten Soloalben und Mixtapes, die seit 2011 auch auf dem hauseigenen Label „Javotti Media“ erscheinen, beteiligte sich das 41 Jahre alte Multitalent auch vielfältig an Dutzenden Projekten (unter anderem „Blackstar“, „Reflection Eternal“, „Idle Warship“) sowie an zig Kollaborationen mit prominenten wie unbekannteren Kollegen. Darunter sind auch Arbeiten mit Mary J. Blige, Kanye West, Pharrell Williams, John Legend, Kendrick Lamar, will.i.am, Mos Def, Common, Raekwon, Currensy und „A Tribe Called Quest“.

Nicht wenige der mehrheitlich jugendlichen Besucher dürfte den Weg in den Frankfurter Zeil-Club „Gibson“ alleine wegen des MCs aus Brooklyn angetreten haben. Doch Talib Kweli fungiert lediglich als Special Guest einer ohnehin urigen Combo, gegründet in New Orleans vor Dekaden von den Schlagzeugern Derrick Moss und Lumar LeBlanc: „The Soul Rebels“.

Zünftig zur Sache geht das mit dem Saxofonisten Erion Williams, dem Sousafonisten Manuel Perkins Jr., den Trompetern Julian Gosin und Marcus Hubbard sowie den Posaunisten Corey Peyton und Paul Robertson besetzte Ensemble schon im Auftaktsong „Off The Wall“. Subtil überblenden Soul, Jazz, Funk, R & B, Hip-Hop mit Rock und Pop. Ein künstlerisches Erbe, das seinen Ursprung im späten 19. Jahrhundert hatte und besonders im Bundesstaat Louisiana mit der Jazz-Welthauptstadt New Orleans Förderung erfuhr.

Aus der Gründerzeit

Im kompakt wuchtigen Stil von „The Soul Rebels“ spiegeln sich vor allem die musikalischen Errungenschaften der 60er und 70er Jahre wider: Manch älterer Konzertbesucher fühlt sich an die Gründerzeit der Jazz-Funk-Rock-Ära erinnert, als afroamerikanische Formationen wie „Tower Of Power“ und „Earth, Wind & Fire“ oder deren weiße Pendants wie „Chicago“ und „Blood, Sweat & Tears“ stilistisch den Zeitgeist dominierten. Da sowohl der Saxofonist als auch die Trompeter und Posaunisten allesamt herzhaft rappen können, gelingt auch der Sprung in die Gegenwart. Als schließlich Talib Kweli zur Truppe hinzustößt, gerät das ohnehin schon in entzückter Groove-Trance befindliche Publikum in schiere Euphorie.

In Kwelis mit Gusto gerappten Kostproben, darunter auch Versionen der einstigen Kollaborationswerke „The Blast“, „I Try“, „Hot Thing“ und „Push Thru“, befinden sich „The Soul Rebels“ stets auf Augenhöhe mit ihrem elaborierten Gast. Anfänglich noch mit dunkler Sonnenbrille, spult der routiniert- souveräne Rapper aus dem Big Apple, der sich auch als politischer Aktivist betätigt und soziale Projekte vorantreibt, in einer knappen halben Stunde auch sein gesamtes Animationsprogramm ab. Von „Yo“ über „Keep On Dancing“, „I Got Ants In My Pants“ bis hin zu „Talib Is In Da House“ reicht die Spruchpalette ohne Unterlass.

Nachdem wieder vollumfänglich „The Soul Rebels“ das Repertoire bestreiten, räumen zumindest einige wenige Kweli-Anhänger das Feld. Eine folgenschwere Fehlentscheidung. Dreht das achtköpfige Ensemble doch noch einmal richtig auf.

Vor allem in Überlänge präsentierte Preziosen wie „Can I Kick It?“ von „A Tribe Called Quest“ inklusive „Ain’t Nobody“ von „Chaka Khan & Rufus“ im Mittelteil sowie die als Latin Soul präsentierte Coverversion von „Eurythmics“ „Sweet Dreams (Are Made Of This)“ fungieren als Sternstunden. Zudem gesellt sich Talib Kweli im Zugabenteil noch einmal zu den famosen Seelenrebellen.

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