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Konzert: „The Script“: Schmachtfetzen und knallige Elektro-Ohrwürmer

Mit perfekten Pop-Songs und energiegeladenem Entertainment schnürte das irische Trio „The Script“ in der Frankfurter Jahrhunderthalle ein Rundum-Glücklich-Paket.
Daniel O’Donoghue, der charismatische Frontmann von „The Script“, schmachtet in der Jahrhunderthalle. Foto: Sven-Sebastian Sajak Daniel O’Donoghue, der charismatische Frontmann von „The Script“, schmachtet in der Jahrhunderthalle.

Für die treu eingeschworene, mehrheitlich weibliche Fangemeinde dürfte das Beste gerade gut genug sein: Frontmann Daniel John Mark Luke O’Donoghue und seine Bandkollegen Mark Sheehan (Gitarre) und Glen Power (Schlagzeug) lassen wohl nicht nur wegen ihrer doch recht unterschiedlichen männlichen Physiognomie zahllose Damenherzen höher schlagen. Da fand sich, nachdem das irische Triumvirat mit hymnischen „Superheroes“ sein nach 2015 zweites Gastspiel in der Jahrhunderthalle optimal gestartet hatte, sicherlich für fast jede der anwesenden Damen der eine oder andere Anknüpfungspunkt: Danny O’Donoghue glänzte, ganz in Schwarz gekleidet, in optischer Nähe zu „Fluch-der-Karibik“-Darsteller Orlando Bloom mit charismatischer Präsenz, der kompakt gebaute Glatzkopf und Bartträger Mark Sheehan könnte sich sofort einer Motorrad-Gang anschließen, und der eher schlaksige, mit Tätowierungen verzierte Glen Power besaß auch nicht zu verachtende Pin-Up-Qualitäten.

Tee für die Frierenden

Doch was die Damenwelt vor allem faszinierte am 2001 in Dublin gegründeten Pop-Rock-Trio ist die außergewöhnlich innige Liebe und Nähe zur längst weltweit etablierten Fangemeinde. Schon am späten Nachmittag zeigte sich der Tiefgang in Sachen Fanliebe auf ganz besondere Weise, als „The Script“ den bei unterirdisch kalten Temperaturen vor noch verschlossenen Türen Ausharrenden heißen Tee und Kakao servierten.

Vorbildlich machte sich die von den Tournee-Musikern Benjamin Sargeant am Bass und Rodney Alejandro an den Keyboards assistierte Truppe auch an ihr unermüdlich energetisches wie von permanenten Animationen unterfüttertes Entertainment. Schon beim dritten Song „Paint The Town Green“, das im Stil verblüffend an die 80er New-Wave-Formation „Big Country“ erinnerte, hielt es den quirlig zwischen Mikrofon und Keyboards seine Künstlerpflichten wahrnehmenden Danny O’Donoghue nicht mehr auf der Bühne. Mit Schmackes hüpfte der 38-Jährige in den Fotografengraben, landete wenig später gar direkt im Publikum, wo ihn schon zahlreiche Damen sehnlichst erwarteten: Hände abklatschen, Küsschen auf Wangen, weibliche Rundungen kosen und sich für das eine oder andere Selfie als Modell zu Verfügung stellen, lautete das Los des ehemaligen Coaches der Casting-Show „The Voice UK“.

Doch erst einmal hieß es für „The Script“, künstlerisch zu glänzen. Mit abwechslungsreichem Repertoire aus bislang fünf Studioalben demonstrierte das Bühnenquintett große Variabilität. Tummelten sich doch im gefälligen Konzept mit stets an Pathos grenzenden Hymnen allerlei Genres. Rock härterer Gangart ebenso wie Britpop, aber auch Schmachtfetzen nach Boyband-Art, knallige Elektro-Ohrwürmer oder dezent Angerapptes.

In aller Seelenruhe

Mit solch einer breitgefächerten Stilistik ließen sich gar die in der Minderheit befindlichen Herren zum Wippen, Klatschen, Tanzen und Singen animieren. Wer so viel Bandbreite offeriert, läuft Gefahr, in der Beliebigkeit zu enden. Nicht so „The Script“, deren Potenzial als Komponisten sich mit erstaunlichem Tiefgang erwies. Als das nahtlos präsentierte Spektakel sich schon auf die Zielgerade zubewegte, gaben „The Script“ noch einmal ordentlich Gas und bewiesen abermals Hang zur Tuchfühlung. Wanderte doch das Kerntrio in aller Seelenruhe von der Bühne auf die gegenüberliegende Empore, um das Akustikset inmitten der Fans zu zelebrieren. Danny O’Donoghue gefiel der Ausflug so ausgezeichnet, dass er es noch ein wenig länger als seine Bandkumpane Mark Sheehan und Glen Power unter den begehrlichen Blicken der Besucherschar aushielt.

Selbst im Zugabenteil legte der Sympathieträger noch einmal einen Spurt am Absperrgitter hin, klatschte abermals Hände ab. Und vergessen waren die in der Kälte stehenden Fans vom Nachmittag auch nicht. Denn das finale „Hall Of Fame“ widmete Danny O’Donoghue all jenen, die „in der Kälte über Stunden froren“.

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