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Tom Cruise spielt in der Neuverfilmung „Die Mumie“ den Abenteurer: Tote sterben nicht

Von Als Antiquitätendieb stößt Tom Cruise in Alex Kurtzmans dritten Fassung der „Mumie“ auf das Grab einer Pharaonen-Prinzessin, die ihre Launen an ihm auslässt.
Nick Morton (Tom Cruise) begegnet einer ägyptischen Prinzessin, die zwar jung gestorben ist, als Mumie aber doch ein gewisses Alter erreicht hat und nun dem archäologisch interessierten Abenteurer das Leben schwer macht. Nick Morton (Tom Cruise) begegnet einer ägyptischen Prinzessin, die zwar jung gestorben ist, als Mumie aber doch ein gewisses Alter erreicht hat und nun dem archäologisch interessierten Abenteurer das Leben schwer macht.

„Top Gun“, „Mission: Impossible“, „Last Samurai“, „Jack Reacher“ – sein halbes Leben und eine ganze Karriere lang hat Tom Cruise daran gearbeitet, sich als omnipotenter Action-Star zu etablieren – nur um sich jetzt von einer halb verwesten Frau herumschubsen zu lassen. In Alex Kurtzmans Neuverfilmung von „Die Mumie“ spielt Cruise den Abenteurer und Antiquitätendieb Nick Morton, der sich bei der US-Armee als Fernaufklärer eingeschlichen hat, um die Kunstschätze im Irak in der eigenen Tasche verschwinden zu lassen, bevor sie von Islamisten zerstört werden.

Mit der Archäologin Jenny (Annabelle Wallis) findet er im umkämpften Gebiet ein ägyptisches Pharaonen-Grab, dessen Wächterfiguren statt nach außen auf ein Quecksilber-Bad blicken, in dem der Sarkophag der finsteren Prinzessin Ahmanet eingelagert ist. Die Pharaonen-Tochter, so wird das Publikum in einer kurzen Nachhilfestunde belehrt, war einst als Thronfolgerin vorgesehen, bis dem Vater doch noch ein Sohn geboren wurde. Aus Rachsucht verbündete sich die frustrierte Prinzessin mit dem bösen Gott Seth, erdolchte Vater, Stiefmutter sowie Baby und wurde schließlich, lebendig mumifiziert, fernab der Heimat in einem Hochsicherheitsgrab beerdigt.

Natürlich ist es keine gute Idee, eine Mumie aus solch widrigen Familienverhältnissen zu exhumieren und nach London zu verbringen. Aber das Genre der Mumien-Filme lebt seit den 30er Jahren per Definition davon, dass nichts ahnende, moderne Menschen geradewegs ins mystische Verderben laufen. Als Ahmanet (einziger schauspielerischer Lichtblick: Sofia Boutella) aus dem Sarkophag entfleucht, ernennt sie Nick zum Auserkorenen, mit dem sie sich in einem sexuellen Todesritual vereinigen will, um zur finsteren Gottheit aufzusteigen. Der Erwählte ist von den Avancen der mächtigen Untoten wenig begeistert, kann sich aber gegen deren psychische Infiltrierung nur schwer zur Wehr setzen. Neben einer erstarkenden Armee aus verwesten Zombies greift auch noch Dr. Jekyll (Russell Crowe) ins Geschehen ein, der bekanntlich seine eigene Vereinbarung mit dem Bösen hat.

Es hat schon einen gewissen Reiz, wenn ein Mann wie Tom Cruise immer wieder von der Mumienfrau verführt und vermöbelt wird. Mit Händen und Füßen muss er die morbiden sexuellen Belästigungen abwehren. Dabei wird vor allem eines deutlich: Cruise ist als gelernter Alpha-Mann der Opferrolle nicht gewachsen. Wild grimassierend versucht er, ungewohnte Emotionen wie Überraschung, Schmerz und Unterlegenheit mimisch umzusetzen und kommt dabei sichtbar an seine schauspielerischen Belastungsgrenzen. Ähnlich unerfahren wirkt der Superstar auf dem Gebiet der freiwilligen Komik, das er zu Beginn als Indiana-Jones-Abenteurer vergeblich zu bedienen versucht. Erst gegen Ende, wenn sein Nick es enttäuschenderweise der Pharaonen-Schlampe doch noch so richtig zeigen darf, scheint Tom Cruise zu seiner alten Form aufzulaufen.

Natürlich kann und will die ganze Angelegenheit nicht wirklich ernstgenommen werden. Mumienfilme gehören spätestens seit der Wiederauferstehung der Gattung bei den britischen Hammer-Studios Anfang der 60er Jahre zur Trash-Filmkultur. Dessen ist sich auch diese 125 Millionen Dollar teure, hervorragend ausgestattete Studio-Produktion bewusst. Dennoch empfindet man die unverblümte Fortsetzungs-Ankündigung am Schluss, die für Tom Cruise eine Zukunft als fast selbst schon mumifizierter Wandler zwischen Licht und Finsternis ausmalt, eher als Bedrohung denn als Zeichen cineastischer Hoffnung. Annehmbar

 

Frankfurt: Cinestar, E-Kinos, Metropolis (D+E). Sulzbach: Kinopolis (D+E). Limburg: Cineplex. Offenbach: Cinemaxx. Hanau: Kinopolis (D+E). Mainz: Cinestar (D+E)

 

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