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Über die Frauen gibt es noch viel zu sagen

Von Auf seinem Rock-Album „Standards“ hat der britische Sänger, Texter und Gitarrist Lloyd Cole zeitlose und großartige Lieder eingespielt.

„Nur wenn ich in den Spiegel schaue oder Treppen steigen muss, realisiere ich mein wahres Alter“, sagt Lloyd Cole. In der Tat hören er und seine Band sich auf dem aktuellen Album „Standards“ erstaunlich frisch an. Nach seinem Folkpop-Werk „Broken Record“ (2010) hat der 52-Jährige seine akustische Gitarre nun weitgehend in die Ecke gestellt und lässt die elf neuen Stücke von rockigen E-Gitarren dominieren.

Stimmung am Morgen

Das Gitarrenspiel von Cole, seinem Sohn Will, Mark Schwaber und Matt Cullen erweist sich dabei nie als protzig, sondern als ungemein harmonisch und unaufdringlich. Aber auch weitere alte Weggefährten wie Joan Wasser (Piano), Fred Maher (Schlagzeug), Matthew Sweet (Bass) und Blair Cowan (Keyboards) fügen sich mit ihrem kraftvollen Zusammenspiel bestens in die ausgewogenen Arrangements ein, die nicht nur ob ihres sicheren Entwurfs, sondern auch wegen ihrer Stimmung gute Laune machen.

Dabei erweist sich das zweiteilige Eröffnungsstück „California Earthquake“ in seiner Geradlinigkeit noch als fast eintönig, um dann in einen melodiösen Song überzugehen. Ohne Zweifel hört man in „Women’s Studies“ einem begnadeten Texter zu, der in seinen Worten einiges an Bitterem mitteilt, doch hierin nie weinerlich wird - schon gar nicht in seiner Musik. Auch hier wirkt sie energiegeladen und tanzbar.

Melodie für den Tag

Mit „Period Piece“ folgt ein ruhigeres Stück, in dem die sauberen und leicht angezerrten Gitarren wunderbar leicht und perlend in ihrem Klang bleiben. Die Ballade „Myrthe And Rose“ eignet sich mit ihrem dezenten Country-Einschlag sogar als Melodie, mit der man sich morgens sanft aus dem Schlaf holen lassen möchte. Und mit „No Truck“ oder „Blue Like Mars“ dürfte sich dann die heitere Wachsamkeit vollends eingestellt haben. Doch spätestens, wenn man glaubt, bei „Opposites Day“ Streicher zu hören, hat sich die vollendete Glückseligkeit beim Zuhören ausgebreitet, die von dem Liebeslied „It’s Late“, von den glockenähnlichen Klängen eines Wurlitzer- E-Pianos beschwingt, weiter getragen wird.

Somit darf Lloyd Cole gern noch bei „Kids Today“ etwas meckern und zum Abschluss während „Diminished Ex“ im Rhythmus des Schlagzeugs eher unmotiviert davonhumpeln. Dem herausragenden Album, das nicht nur durch Lloyd Coles unverkennbaren Gesang seinen ganz eigenen Sound entwickelt, nimmt dieser eher mittelmäßige Song um keinen Deut seinen Reiz.

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