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"Shut in": Und ewig knarren die Dielen im Geisterhaus

Von Naomi Watts ist eine sehr wandlungsfähige Schauspielerin. Doch auch sie kann den Psycho-Horrorfilm „Shut In“ von Farren Blackburn nicht retten.
Mary (Naomi Watts) gruselt’s im dunklen Keller ihres einsam gelegenen Hauses. Wird sie dort von jemandem verfolgt? Foto: Universum Film (Universum Film) Mary (Naomi Watts) gruselt’s im dunklen Keller ihres einsam gelegenen Hauses. Wird sie dort von jemandem verfolgt?

Wie viel Schmerz kann eine Frau ertragen? Seit einem Autounfall ist Mary Portman (Naomi Watts) verwitwet und pflegt aufopferungsvoll ihren gelähmten Stiefsohn Stephen (Charlie Heaton). Für seine Betreuung hat sich die Kinderpsychologin aus ihrer Gemeinde in Neu-England zurückgezogen. Marys verwinkeltes Haus wird zu einer Enklave des Kummers. Ein Blick in den düsteren Keller genügt dem Horror-Kenner, um zu wissen, dass über das Anwesen Ungemach hereinbrechen wird – schneller als man „Shining“ sagen kann.

Während ein Schneesturm auf das Örtchen zusteuert, hat Mary furchtbare Visionen. Ein seit langem vermisster Junge namens Tom (die Entdeckung aus „Room“: Jacob Tremblay), der früher ihr Patient war, schleicht wie ein Poltergeist über die Flure. Die Albträume inszeniert TV-Regisseur Farren Blackburn unter Zuhilfenahme altbekannter, bisweilen übertrieben lauter Ton-Effekte. Knarrende Dielen, zuschlagende Fensterläden und ewig klappernde Türen. Mary fürchtet, den Verstand zu verlieren. Ist der unheimlich dreinblickende Tom etwa die Manifestation ihres schlechten Gewissens, weil sie den renitenten Stiefsohn vor dem Unfall in ein Erziehungsheim geben wollte? Per Online-Chat bittet sie einen Therapeuten (Oliver Platt) um Rat. „Geister gibt es nicht“, lautet seine Devise, und er verordnet Schlaftabletten. Doch Mary findet keine Ruhe, weil sie längst einen Feind in ihrem Haus hat.

In den ersten 50 Minuten glaubt man noch, einen psychologischen Thriller von Hitchcocks Gnaden vor sich zu haben. Quälend langsam baut sich die bedrohliche Atmosphäre im isolierten Landhaus auf und versinnbildlicht die Gefühle der überforderten Mutter, für die in ihrer Trauer die Zeit still zu stehen scheint. Naomi Watts, Charlie Heaton und der unfassbar begabte Jacob Tremblay bilden ein Drama-Dreieck, das die Aufmerksamkeit der Zuschauer hoch hält. Doch dann kommt die letzte halbe Stunde, und Drehbuch-Debütantin Christina Hodson lässt sich zu einer Wendung hinreißen, die den kompletten Handlungsablauf ad absurdum führt. Schwach

 

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