Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Laufsport - Alles rund um den Mainova Frankfurt Marathon ... Frankfurt am Main 10°C

"Airbourne"-Konzert in Frankfurt: Voll aufs Gaspedal gedrückt

Blues, Boogie und Hardrock satt: In der ausverkauften Frankfurter „Batschkapp“ feiert das australische Quartett „Airbourne“ eine gigantische Party.
Mit hohem Tempo in die Schräglage – so präsentierten sich die Musiker von „Airbourne“ in der „Batschkapp“. Foto: Sven-Sebastian Sajak Mit hohem Tempo in die Schräglage – so präsentierten sich die Musiker von „Airbourne“ in der „Batschkapp“.

Warum kompliziert, wenn es auch einfach geht. Schließlich lassen sich auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner häufig die besten Ergebnisse erzielen. Ein Credo von offenbar ewiger Gültigkeit. An die Formel sollte sich bitteschön auch die momentan angeblich seit Wochen sich in schwierigen Sondierungsgesprächen befindende mögliche Jamaika-Koalition in Berlin erinnern!

Auch das Genre der Rockmusik profitierte stets von der Simplifizierung. Schon die erste Rock-’n’-Roll-Revolution Mitte der 50er Jahre bestach durch überschaubare Inhalte und Zutaten. Ein Umstand, der sich konsequent bei den Rock-Resets Mersey-Beat, Punk-Rock, Hard-Core und Grunge fortsetzte. Auch das Konzept der 2003 im australischen Warrnambool gegründeten Band „Airbourne“ basiert auf der hinlänglich bekannten Rezeptur.

Knackiger Stilmix

Unter der mehrheitlich männlichen Besucherschaft in der seit Wochen ausverkauften „Batschkapp“ gibt es wohl nicht einen einzigen, der verleugnen würde, dass das Quartett vehement von der knackigen Stil-Melange Blues, Boogie und Hardrock der frühen „AC/DC“ partizipiert, als der 1980 verstorbene Bon Scott noch als Vokalist fungierte. Zumal sich noch eine weitere verblüffende Ähnlichkeit zu der durch den Weggang von gleich drei Langzeitmitgliedern derzeit inaktiven Rocklegende auftun: Auch bei „Airbourne“ lenkt ein Geschwisterpaar, Sänger und Sologitarrist Joel O’Keeffe im Gespann mit Bruder Ryan am Schlagzeug, die kreativen Geschicke der Band. Doch der Reihe nach.

Noch nicht so recht in Schwung geraten will die Party in der „Batschkapp“ mit gleich zwei Support Acts, als die ebenfalls aus Australien stammende Thrash-Metal-Combo „Desecrator“ den Auftakt bestreitet. Das ändert sich auf einen Schlag mit dem ersten fulminanten Ton, den die österreichische Formation „Kaiser Franz Josef“ von sich gibt. Verblüffung herrscht allenthalben im Publikum über die Energie, die Wucht, die Eigenständigkeit und das Talent des vom Vokalisten und Gitarristen Sham angeführten Trios. Eine makellose Coverversion von „Led Zeppelins“ „Whole Lotta Love“ fungiert als i-Tüpfelchen geleisteter Überzeugungsarbeit. Verabschieden lassen sich „KFJ“ mit für eine Vorband nicht gerade selbstverständlichen „Zugabe“-Rufen.

Bilderstrecke Australische Hard-Rock-Band Airbourne in der Batschkapp Frankfurt
Die australische Band Airbourne rockte am 08. November 2017 in der Frankfurter Batschkapp. Es folgen weitere Bilder.

In Gefahr bringen die fidelen Österreicher die Führungsrolle von „Airbourne“ indes nicht. Eine in sattem Eiltempo verabreichte Aufforderung „Ready To Rock“ genügt, um vom ersten überlauten Phonwert an das ohnehin schon auf Abfeiern geeichte Publikum geschlossen hinter sich zu bringen. Nicht nur zum Auftakt, auch bei den restlichen elf Songs drückt das mit dem Rhythmusgitarristen Harri Harrison und Bassist Justin Street komplettierte Kleeblatt um den überagilen Joel O’Keeffe vehement aufs Gaspedal. Verschnaufpausen finden sich ebenso wenig wie längere Ansprachen des mit nichts als an einer speckigen, an beiden Knien aufgerissenen Jeans und Stiefeln bekleideten Frontmanns.

Schlag auf Schlag

Beim kompakten Best-Of aus bislang vier Studioalben geht es Schlag auf Schlag: Plakative Titel wie „Rivalry“, „Girls In Black“, „Breakin’ Outta Hell“ oder „I’m Going To Hell For This“ halten durch stetes Vollgas sowie durch O’Keeffes Bon-Scott-Stimmtimbre und Angus-Young-Licks, was sie vollmundig versprechen. Kollektiv dienen permanentes Kopfnicken, heftiges Fußstampfen und mit geballten Fäusten gereckte Arme als unwillkürliche Reflexe. Zwischendurch verdingt sich Joel O’Keeffe auch noch als Barmann, der aus Eis, Cola und Bourbon Whiskey einen satten Jacky Cola für seine Mitmusiker und zumindest einige Besucher im vorderen Bühnenbereich mixt. Eiskalte Duschen verabreicht der quirlige Bandmittelpunkt, als er im Zugabenteil bei „Live It Up“ geöffnete Wasserflaschen ins Publikum wirft. Mit einer überlangen und noch einmal das Tempo anziehenden Version von „Runnin’ Wild“, das sowohl das Eigenzitat „Born To Kill“ als mit „Let There Be Rock“ auch eine kleine „AC/DC“-Hommage enthält, geht diese vergnügliche Lehrstunde im „Weniger-ist-mehr“-Modus zu Ende.

Zur Startseite Mehr aus Kultur

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse