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Romanverfilmung: "Vom Ende einer Geschichte": Eine alte Liebe taucht auf

Vier Jahrzehnte sind vorüber – da wird Tony Webster von seiner Vergangenheit eingeholt. Eine Erbschaft lässt ihn sich erinnern und immer mehr die eigene Biografie hinterfragen.
Tony Webster (Jim Broadbent, rechts) und Veronica Ford (Charlotte Rampling) sehen sich nach Jahrzehnten wieder. Foto: - (Wild Bunch Germany) Tony Webster (Jim Broadbent, rechts) und Veronica Ford (Charlotte Rampling) sehen sich nach Jahrzehnten wieder.

Das Schlimmste bei Rückblick-Geschichten ist, wenn man den Verlauf schon zu kennen glaubt. Der alte Mann erinnert sich an seine Jugendliebe, irgendwas geht schief, sie verlieren sich aus den Augen – aber eigentlich hat er immer noch Gefühle für sie. So ähnlich startet auch „Vom Ende einer Geschichte“. Was Autor Julian Barnes auf nicht mal 200 Seiten beschrieben hat, kommt jetzt ins Kino.

So vorhersehbar sind die Erinnerungen von Tony Webster aber nicht – nicht mal für ihn selbst. Immer wieder muss er das Bild seiner eigenen Biografie neu zeichnen. Oder gewinnt durch Freunde neue Facetten hinzu. „Wie oft erzählen wir unsere eigene Lebensgeschichte, wie oft rücken wir sie zurecht, schmücken sie aus, verheimlichen etwas“, fragt der Ich-Erzähler am Ende. „Und je länger das Leben andauert, desto weniger Leute verbleiben, die uns daran erinnern, dass das gar nicht unser Leben ist, sondern nur die Geschichte, die wir über unser Leben erzählt haben – anderen, aber vor allem uns selbst.“

Ein Leben, von dem die Stimme aus dem Off anfangs noch erzählt, in das sie als Schüler erst aus dem Pferch der Jugend entlassen werden wollten. In diesen Jahren zum Ende der Schulzeit beginnt der Blick auf Websters Leben: Adrian Finn kommt als Neuer in die Klasse, sticht mit seinen philosophischen Gedanken hervor, wird Websters bester Freund. Der Protagonist selbst lernt die junge Veronica kennen – von Liebe oder Verliebt-Sein will er vier Jahrzehnte später nichts wissen. Zu diesem Zeitpunkt erreicht ihn eine etwas komplizierte Erbschaft: Adrians Tagebuch, das im Besitz von Veronicas Mutter war. Jedoch taucht das Buch selbst gar nicht auf – wohl aber immer mehr Erinnerungen in Websters Kopf. Regisseur Ritesh Batra setzt das mit vielen Rückblenden in Szene.

Adrian und Veronica lernen sich kennen, verlieben sich, was Adrian Tony schreibt. „Für mich geht das voll in Ordnung, alte Socke“, verfasst der eine Antwort. Wenig später bringt Adrian sich um.

Die Geschichte stammt aus dem gleichnamigen Roman von Julian Barnes und ist nah am ausgezeichneten Original. In der Besetzung überzeugen vor allem die Darsteller der Alten: Oscar-Preisträger Jim Broadbent als Tony, Charlotte Rampling als Veronica und Harriet Walter als Websters Ex-Frau. Sehenswert

In diesen Kinos

Frankfurt: Cinema (D+OmU),
Orfeos Erben (OmU)

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