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Liederabend in der Frankfurter Oper: Von Männern, die in höchsten Tönen singen

Von Der amerikanische Countertenor Lawrence Zazzo debütierte als Liedsänger an der Oper Frankfurt und begegnete dem eigenen Berufsstand mit feiner Ironie.
Lawrence Zazzo ist einer der gefragtesten Countertenöre unserer Zeit. Sein Repertoire umfasst neben barocken Partien auch zahlreiche Werke des 20. Jahrhunderts. Morgen gibt er einen Liederabend. Lawrence Zazzo ist einer der gefragtesten Countertenöre unserer Zeit. Sein Repertoire umfasst neben barocken Partien auch zahlreiche Werke des 20. Jahrhunderts. Morgen gibt er einen Liederabend.

Welch ein außergewöhnliches Programm! Wann hört man hierzulande schon mal Kunstlieder von Charles Ives oder Samuel Barber? Und Komponisten wie Ned Rorem oder William Bolcom finden sich erst recht nicht im deutschen Klassik-Repertoire. Allein deshalb lohnte der jüngste Liederabend in der Frankfurter Oper den Besuch. Und wenn dann noch ein so fabelhafter Sänger-Schauspieler wie der amerikanische Countertenor Lawrence Zazzo mit seinem kongenialen Klavierpartner Simon Lepper das Publikum mit auf Entdeckungsreise durch die Welt der „American Art Songs“ des 20. Jahrhunderts nimmt, dann ist das Glück für jeden Kunstlied-Freund nahezu perfekt. Zumal Zazzo, der an der Frankfurter Oper zuletzt in Händels „Xerxes“ für Furore sorgte, nicht nur ein exquisiter Vokalist ist, der mühelos die höchsten Höhen erklimmt, ohne die Erdung zu verlieren. Vielmehr verkörpert er die Figuren, von denen er singt, voll und ganz. Mit subtiler Gestik und Mimik, ja mit der kleinsten Umfärbung der Vokale erzeugt Zazzo einen Ausdruck im Gesang, der unter Countertenören seinesgleichen sucht. Ob er in Samuel Barbers „Einsiedler-Liedern“ süffisant vom „Mönch und seiner Katze“ singt oder in Ned Rorems „War Scenes“ schonungslos die Gräuel des Krieges schildert – Zazzo bleibt bei aller Kunstfertigkeit natürlich und authentisch. Und damit unmittelbar berührend, weil auch sein Klavierbegleiter stets die passende Atmosphäre erzeugt.

Ganz in seinem Element zeigt sich Zazzo bei William Bolcoms „Cabaret Songs“. Voller Tragik und doch nicht ohne Komik ist etwa die Geschichte vom tuntigen „Freund George“, der „Georgia“ genannt werden will und von einem Matrosen ermordet wird. Voller Selbstironie interpretiert Zazzo zum Schluss Jake Heggies „The Trouble with Trebles in Trousers“ – denn als Countertenor muss man stets damit leben, dass die Leute sich über einen lustig machen. Das Frankfurter Publikum freilich ist entzückt und bekommt als Dank für seine Bravo-Rufe drei Zugaben von Bernstein, Händel und Charles Ives.

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