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Von allen Wasserwerfern gründlich gewaschen

Die Gruppe „Messer“ randaliert auf ihrer zweiten CD „Die Unsichtbaren“ herrlich herum und ist damit die derzeit aufregendste deutsche Band.
„Messer“-scharf: Zwei von vier Bandmitgliedern.	Foto: Label „Messer“-scharf: Zwei von vier Bandmitgliedern. Foto: Label

Da wackeln die Wände: Die Gruppe „Messer“ aus Münster mischt auf ihrem zweiten Album eine aufreibende Synthese aus Disco, Avantgarde und Gitarrenwänden, angesteckt vom rebellischen Genius der Punk-Bewegung. Da scheinen die „Fehlfarben“ durch, die kühle Arroganz von „Joy Division“ und die Industrial-Gewitter der „Einstürzenden Neubauten“. Das Quartett nennt sein neues Album „Die Unsichtbaren“ und errichtet damit ein Bollwerk gegen alles und jeden.

Weder mit den Etablierten noch mit den Protestierenden wollen sie gemeinsame Sache machen und singen in der Single „Neonlicht“: „Ein Zischen ist zu hören / Was haben sie heute vor? / Von unten hört man Stimmen / Und ein Kind das leise lacht / Doch die Worte sind verschwommen / Hinter Mauern streng bewacht“. Der Song stolpert zwar nur knapp an einer ungewollten Coverversion von „Joy Divisions“ „Atmosphere“ vorbei, ist aber doch viel mehr als dumpfe Heldenverklärung. Mit kulturgeschichtlichen Referenzen wird hier nicht gegeizt und zwischen all der herrlichen Randale vernimmt man die lyrischen Einflüsse von Bertolt Brecht, Uwe Johnson und Jochen Distelmeyer.

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