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Angebote für Kinder: Vorlesen bleibt ein Abenteuer, auch in der digitalen Zeit

Interaktive Kinderbuch-Apps bergen viel Potential für die Leseförderung und können bei Vorlesestunden zum Einsatz kommen, sagt die Stiftung Lesen.
Zwei Öhrchen für die Lautstärke, und ein paar „Tonies“ drumherum. Zwei Öhrchen für die Lautstärke, und ein paar „Tonies“ drumherum.

In einem ausführlichen Flyer gibt die Stiftung ihre Erkenntnisse weiter. Vorlesemöglichkeiten seien zwar bequem, oft werde dann allerdings die Geschichte wie ein „erzählter Trickfilm“ wahrgenommen und weniger wie ein digitales Buch. Könne man bei Apps mitlesen, sei das vorteilhaft vor allem für Leseanfänger, die sich im Mitlesen üben wollten. Mit einem Mikrophon für eigene Aufnahmen können Kinder selber kreativ werden: nacherzählend, oder aber, indem sie passende Geräusche zur erzählten Geschichte erfinden.

Zusatzspiele können anregend sein, kommen nach Ansicht der Stiftung Lesen jedoch am besten vor oder nach der Vorlesestunde zum Einsatz. Wenn man damit das Vorlesen unterbreche, könne das jedoch von der Erzählung ablenken. Fast jede App schließlich, erläutert die Stiftung, könne einen Text musikalisch untermalen. Ob das die richtige Stimmung schaffe oder störend sei, sollte man am besten vor dem Lesen entscheiden.

In diesen Tagen ganz neu auf dem Markt ist die sogenannte „Tonie“-Box. Sie erweitert die App-Möglichkeiten mit kindgerechtem Äußeren: Man kann mit ihr nicht nur digitale Hörbücher abspielen, die man sich aus der Cloud herunterlädt, sondern mittels einer kostenlosen Smartphone-App auch selber Inhalte aufnehmen und mit eines „Kreativ-Tonie“ abspielen.

Die Idee zu dem zwölf Zentimeter hohen Würfel kam Erfinder Patric Faßbender, als die Lieblings-CDs im Kinderzimmer seiner Tochter mal wieder völlig zerkratzt waren. Gemeinsam mit Marcus Stahl, einen Ingenieur aus der Elektronikbranche, setzte er das digitale Audiosystem für Kinder um.

Die Tonies, fünf bis acht Zentimeter große Spielfiguren wie der Rabe Socke, die Maus oder das Sams, werden auf die Box gestellt und das Hörspiel beginnt.

Die weiche Box hat weder Knöpfe noch Regler, dafür zwei Ohren, mit denen ein- und ausgeschaltet und die Lautstärke geregelt wird. Sie hat einen digitalen Kern, einen Kopfhöreranschluss und einen Akku für Mobilität. Ein Klaps links oder rechts, und die Geschichte wird vor- und zurückgespult.

Per WLAN wird die Geschichte beim ersten Aufstellen der Figur aus der Cloud heruntergeladen und gespeichert. Nimmt das Kind sie herunter, stoppt die Wiedergabe, um beim nächsten Draufsetzen genau dort weiterzulaufen.

Die Tonies gibt es nicht nur in Gestalt von Bibi Blocksberg oder Benjamin Blümchen, sondern auch als Kreativ-Tonies, auf die eigene, bereits vorhandene Audiodateien wie Musik oder Hörbücher hochgeladen werden können. Über eine App kann der Tonie immer wieder neu besprochen werden – mit eigenen Geschichten, Liedern oder Witzen. Mit der entsprechenden Smartphone-App kann man Inhalte überall auf der Welt aufnehmen und über den Kreativ-Tonie ins Kinderzimmer bringen. Marcus Stahl demonstriert das am Stand des Partnerverlags Oetinger auf der Buchmesse und sendet der Tochter zu Hause eine Grußbotschaft.

Patric Faßbender erzählt von seinen kleinen Mädchen (drei und fünf Jahre alt), denen es oft genügt, mit den Figuren zu spielen. Waren es beim Start 20 verschiedene Tonies, kommen jetzt monatlich vier bis sechs dazu: der Grüffelo, Drache Kokosnuss, Lars der Eisbär, Ritter Rost. Der Räuber Hotzenplotz macht ab Februar 2017 mit. Haben sich die Macher bei der Auswahl an Kinderbuch-Klassikern oder Bestsellern orientiert? „Vor allem haben wir uns zu Hause in den Kinderzimmern inspirieren lassen.“ Von Pippi Langstrumpf und Jim Knopf träumen Faßbender und Stahl noch, aber warum sollte das nicht klappen? Die Box kostet inklusive Starterset 79,95 Euro, der Preis für die einzelnen Tonies liegt zwischen 11,99 und 14,99 Euro, je nach Inhalt und Länge des Hörspiels.

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