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Konzert in der Frankfurter Batschkapp: Warum Sie mit dem "The Magpie Salute"-Auftritt etwas verpasst haben

Trotz dreier ehemaliger Mitglieder in den Reihen und vieler Songs von „The Black Crowes“ im Repertoire erweist sich das neu formierte Ensemble „The Magpie Salute“ in der „Batschkapp“ nicht als Tribute-Band.
Der Sänger John Hogg von „Magpie Salute“ gibt alles beim Auftritt in der Frankfurter „Batschkapp“. Foto: Sven-Sebastian Sajak Der Sänger John Hogg von „Magpie Salute“ gibt alles beim Auftritt in der Frankfurter „Batschkapp“.

Wie in den 70er-Jahren, als sich Deutschlands nach Rockmusik dürstende Fangemeinde sich samstagabends in Grüppchen um den heimischen Fernseher scharte, liegt ein Hauch „Rockpalast“-Nacht in der Luft. Lediglich WDR-Moderator Albrecht Metzgers rituelles „German Television proudly presents“ fehlt, als sich im Halbdunkel der Frankfurter „Batschkapp“ zehn Personen auf ihre Plätze begeben. Darunter nach alter Southern-Rock-Manier drei Gitarristen und drei Chordamen.

Fulminant laut und druckvoll gerät der Einstand mit der knackigen Rock-Kracher-Trilogie „A Conspiracy“, „By Your Side“ und „Omission“. Bei den ersten beiden handelt es sich um eher selten gespielte „Black-Crowes“-Klassiker, bei letzterem um das einzige Original der 2016 gegründeten Truppe „The Magpie Salute“. Und auch das ist nur die halbe Wahrheit. Spielten der souveräne Vokalist John Hogg und Gitarrist Rich Robinson doch den lasziven Hüftwackler schon 2003 bei ihrem gemeinsamen Kurzzeitprojekt „Hookah Brown“.

Doch wir wollen nicht pingelig sein. Sind die von Ex-„Black-Crowes“-Gitarrist Robinson spontan mit seinen Exkollegen, Gitarrist Marc Ford und Bassist Sven Pipien, aus der Taufe gehobenen „The Magpie Salute“ (Das Elster-Salut) doch angetreten, um nach dem endgültigen Aus der Schwarzkrähen das musikalische Erbe der Retro-Southern-Rocker anzutreten.

Aus Mangel an eigenem Material greift das souverän spielfreudige, aber noch nicht routinierte Ensemble, das auf der laufenden Welttournee wagemutig nahezu jeden Abend komplett seine Setliste wechselt, um sich künstlerisch auszuloten und als Band zu reifen, auf Fremdkompositionen zurück.

Ausgezeichneter Sänger

Nach dem manischen Soul-Rock-Epos „(I Know) I’m Losing You“, im Original von „The Temptations“, folgt mit „Ooh La La“ (’73) eine von Ronnie Lane für das gleichnamige Album von „Rod Stewart & Faces“ komponierte Folk-Nummer, die Rich Robinson als ausgezeichneten Sänger präsentiert. Weitere Gesangsproben liefert Robinson mit den selbstkomponierten Solowerken „Which Way Your Wind Blows“ und „Down The Road“. Auch sein favorisierter Sechssaiten-Sparringspartner Marc Ford darf als Vokalist mit den Eigenkompositionen „Call Me Faithful“ und „I’m Free“ sein Scherflein zum neuen Wir-Gefühl beitragen.

Zwischen Coverversionen von Eric Claptons als Mitglied von „Delaney, Bonnie & Friends“ verfasstem „I Don’t Know Why“ und einem kompakt verrockten „Tumbling Dice“ der „Rolling Stones“ platzieren sich weitere wuchtig arrangierte „Black-Crowes“-Interpretationen: „Been A Long Time“ mit einem exzellenten John Hogg am Mikrofon stammt vom finalen „Crowes“-Album „Before The Frost . . . Into The Freeze“ (’09).

Als uralt kündigt Rich Robinson das seinerzeit nicht regulär veröffentlichte „Bewildered“ an. Mit dem kraftvollen „Hotel Illness“ geht es auf die Zielgerade. Dann sollen laut offizieller Setliste, die nach abruptem Konzertende den Roadies regelrecht aus den Händen gerissen werden, noch zwei weitere „Black-Crowes-Klassiker“ folgen. Doch nur das frenetisch rasende „Sting Me“ findet noch Berücksichtigung. Ein gelungener Einstand als Band mit unschönem Finale als Abschiedsgeste.

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