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Mysterythriller „Die Hütte“: Warum geschieht das Böse?

Von Als Vater eines ermordeten Mädchens zweifelt Sam Worthington in „Die Hütte“ an Güte und Gerechtigkeit des Allmächtigen. Doch dann macht er eine sprituelle Erfahrung.
Ist da oben jemand? Mack Phillips (Sam Worthington) hat den Glauben an einen guten und gerechten Gott längst verloren. Doch als Gott ihn für ein gemeinsames Wochenende zu sich bittet, beginnt Macks Verbitterung aufzubrechen. Ist da oben jemand? Mack Phillips (Sam Worthington) hat den Glauben an einen guten und gerechten Gott längst verloren. Doch als Gott ihn für ein gemeinsames Wochenende zu sich bittet, beginnt Macks Verbitterung aufzubrechen.

Es ist gar nicht so einfach, den Herrgott auf die Leinwand zu bringen, obwohl doch im Kino alles möglich ist. Denn wie soll man den Allmächtigen zeigen? Ganz abstrakt, als Regenbogen, der am Himmel erscheint? Lieber kindgerecht, als gütigen Großvater, der mit langem Bart und wallendem Gewand über die Erde wandelt? Oder vielleicht doch als wohlmeinenden Kumpel, der zum Biertrinken in die Kneipe mitgeht und dort den guten Rat erteilt, man solle den Abend genießen, denn man wisse ja nie, was noch kommt? Alles schon dagewesen als filmische Grundidee, mal mehr, mal weniger geglückt.

Gerade der englische Regisseur Stuart Hazeldine hat sich bereits öfter am Göttlichen versucht, einen Film über Moses gedreht und einen über Christus an einer Highschool mit schwer erziehbaren Schülern. Ganz nah an der Wirklichkeit eben, und doch so entrückt, dass es nicht als profan gelten musste. In seinem Mysterythriller „Die Hütte – Ein Wochenende mit Gott“ lässt Hazeldine den Allmächtigen nun ganz menschlich (und dreifaltig) auftreten. Mehr muss hier über den Film-Gott nicht offenbart werden, sonst ist die himmlische Überraschung dahin.

Mack Phillips, der das besagte Wochenende mit Gott verbringt, ist ein ausgesprochen bodenständiger Mann, den Sam Worthington mit sehr unmittelbarer, eindringlicher Natürlichkeit spielt, passend zu den rotblonden Bartstoppeln im offenen Gesicht. Mack hat in seinem Leben viel hinter sich gebracht und den Glauben an jenen Gott, der ihn nun zu sich gebeten hat, längst aufgegeben. Als kleiner Junge wurde er von seinem alkoholsüchtigen Vater geschlagen, und noch heute, als Erwachsener, leidet er an dem Schuldgefühl, seine Mutter nicht vor der häuslichen Gewalt beschützt zu haben. Endgültig den Glauben ans Gute verloren hat Mack aber, seit seine kleine Tochter beim Campen im Wallowa-Naturpark in Oregon verschwunden ist und vermutlich in einer Hütte ermordet wurde. Dass Gott eine solche Tat zulässt, verbunden mit einem solchen väterlichen Schmerz, kann Mack nicht verzeihen. Deshalb will er mit dem hohen Herrn bei diesem Wochenende, das einem Selbsterfahrungskurs gleicht, auch nur äußerst widerwillig reden. Man muss es Regisseur Hazeldine hoch anrechnen, dass er jegliche aufdringliche Gefühligkeit von der Handlung fernhält und sich auf die Kernfrage der Romanvorlage von William Paul Young besinnt: Wie kann ein Mensch seine Verbitterung überwinden und den verlorenen Glauben wiederfinden? Neue Erkenntnisse dazu vermittelt dieser Film freilich nicht. Er gibt nur ein Fallbeispiel vor und zeigt sich überzeugt, dass Gottvertrauen sich lohnt. In gewisser Weise wird das Kino dabei zur Kirche: Wer darin Trost sucht, wird ihn womöglich finden. Wer aber fest entschlossen ist, sich nicht mehr zum Glauben bekehren zu lassen, der wird sich darin fehl am Platz fühlen. Sehenswert

 

Frankfurt: E-Kinos (D+E), Metropolis. Sulzbach: Kinopolis. Limburg: Cineplex. Mainz: Cinestar

 

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