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Exzellentes Chorkonzert in der Basilika von Kloster Eberbach: Wie aus Saulus Paulus wurde

Frieder Bernius leitete beim Rheingau-Musik-Festival im Kloster Eberbach eine Aufführung von Felix Mendelssohns Oratorium „Paulus“.
Die Sopranistin Johanna Winkel und die Klassische Philharmonie Stuttgart zelebrieren unter Frieder Bernius Mendelssohn. Foto: Ansgar@Klostermann.net Die Sopranistin Johanna Winkel und die Klassische Philharmonie Stuttgart zelebrieren unter Frieder Bernius Mendelssohn.

Frieder Bernius leitete 1988 seinen Kammerchor Stuttgart beim Eröffnungskonzert der ersten Saison des Rheingau-Musik-Festivals im Kloster Eberbach. Er bereicherte nun wieder das Festival mit einer Aufführung von Mendelssohns „Paulus“-Oratorium. Mendelssohn schrieb drei große Werke über kirchenmusikalische beziehungsweise biblische Sujets: die „Lobgesang“-Sinfonie, das alttestamentarische „Elias“-Oratorium und das neutestamentarische „Paulus“-Oratorium – großartige Werke allesamt. Im „Paulus“ versenkt sich Mendelssohn weniger in die konkrete Theologie des „Völkerapostels“ Paulus, vielmehr zeichnet er anhand der Apostelgeschichte seinen Weg nach, was ihm besonders im ersten Teil musikdramaturgisch exzellent gelingt.

Schon die Ouvertüre über das Choralthema „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ ließ aufhorchen. Die Klassische Philharmonie Stuttgart meisterte die Akustik der Basilika und erwies sich als bewährter Partner von Bernius. Drei Kontrabässe reichten aus, um ein sicheres Fundament zu legen, die Pauken gut differenziert von leichtem Grollen bis zu harten Schlägen. Sehr schön, wie Bernius in einem Satz die Celli in Legato-Linien strömen ließ und andere Stimmen gleichzeitig präzise ganz kleinteilig phrasierte.

Thomas E. Bauers erstes Auftreten als orthodox-fundamentalistischer Saulus, mit entsprechendem dramatischen Eifer vorgetragen, passte gut. Doch auch nach seinem Wandel vom Saulus zum Paulus (atemberaubende Szene bei Bernius und Mendelssohn) fing er nicht etwa an, milder zu salbadern, er blieb in dem anfänglichen Modus großer Erregung. Mal ein anderes Rollenporträt der Oratorienfigur, das durchaus für sich gewinnen kann. Hervorragend besetzt waren Johanna Winkel (Sopran) und Sebastian Kohlhepp (Tenor), die in multiplen Rollen und Funktionen im Einsatz waren. Der Kammerchor Stuttgart bewährte sich einmal mehr als hervorragendes Ensemble, aus seinen Reihen traten in der Stephanus-Szene auch Johannes Hill und Antonio di Martino als gute Solisten hervor.

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