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Holly Golightly: Wieder zurück aus dem alten Georgia

Ein Auftritt der Sängerin aus London ist wie eine Anleitung zur Entschleunigung. Man fühlt sich in eine Bar in den Südstaaten versetzt.
Holly Golightly ist aus den USA zurück und hat auch ihre Musik deutlich amerikanisiert. Holly Golightly ist aus den USA zurück und hat auch ihre Musik deutlich amerikanisiert.

Um gutgelaunte Konzertbesucher zum Tanzen zu animieren, braucht man eine Melodie, die ins Ohr geht, einen ruhiggehaltenen Midtempo-Takt im entspannten Country Swing, eine absurde Geschichte um eine berüchtigte Person und die künstlerische Aura von Holly Golightly. „Crow Jane“, ein Traditional aus den Südstaaten, dessen exakte Herkunft ebenso ungeklärt bleibt wie die weiterer Songklassiker im Repertoire von Londons Queen Of Guitar Twang, funktioniert prächtig als Einstieg. Von da an verwandelt sich der Zoom-Club unweit der Frankfurter Zeil in eine Bar, irgendwo im Mittelwesten der Vereinigten Staaten.

Holly Golightly und ihre mit Freunden und Wegbegleitern wie Kontrabassist Matt Radford („Panasonics“), Schlagzeuger Bruce Brand („Hipbone Slim“, „Thee Headcoats“) und Sologitarrist Bradley Burgess („Morcheeba“) bestückte Band vermitteln ihre musikalische Mixtur mit höchster Wahrhaftigkeit. Rockabilly, Folk, Lounge Jazz, Country Swing, Garagen-Beat und Rhythm ’n’ Blues gipfeln entweder in Selbstkomponiertem von Golightly („Slowtown“, „Nothing You Can Say“) oder aber erfahren achtvolle Ehrung in Form sparsamer Arrangements zeitloser Songs, die noch vor den Swinging Sixties entstanden sind.

Dass die Umsetzung von Kostbarkeiten des R ’n’ B wie „Wherever You Were“, „I Can’t Stand It“, „You Ain’t No Big Thing“ und „Big Boss Man“ so reibungslos funktioniert, dürfte auch daran liegen, dass die 1966 in London geborene, von der Mutter nach Audrey Hepburns Paraderolle im 60er-Jahre-Zeitgeistfilm „Frühstück bei Tiffany“ benannte Holly Golightly das vergangene Jahrzehnt im US-Bundesstaat Georgia verbracht hat. Wie einst Kollegin Patti Smith, die für Ehemann Frederick „Sonic“ Smith lange dem Musikgeschäft den Rücken kehrte, folgte auch Golightly dem Ruf ihres Herzens: Doch im Gegensatz zu Hausfrau und Mutter Smith brachten sie und ihr Lebensabschnittsgefährte Lawyer Dave als „Holly Golightly & The Brokeoffs“ knapp ein Dutzend Americana-Alben unters Volk.

Doch auch Golightlys Sturm-und-Drang-Phase bei der All-Girl-Truppe „The Headcoatees“ in den 90ern bleibt beim Zoom-Gastspiel nicht außen vor. Zwischen weiteren perfekt inszenierten Liebesendzeitdramen wie „Hurts Like Hell“, „There’s An End“, „Directly From My Heart“ und „Fool Fool Fool (Look In The Mirror)“ zeigt sich Miss Golightly auch recht kommunikativ. Mit einem wahren Swamp-Blues-Rock-Tornado, Little Walters „Mellow Down Easy“, entlässt das muntere Kleeblatt das längst in Ekstase geratene Publikum.

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