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Wofür soll man morgens aufstehen?

Von Jasna Fritzi Bauer spielt eine 16-Jährige, die in einer Berliner Wohngemeinschaft haust, ihr Leben völlig sinnlos findet und es nachts in Clubs verschwendet.

Warum soll man morgens aufstehen? Es ist Körperverletzung, wenn man dazu gezwungen wird. Aufstehen, nur weil man zur Schule soll? Ätzend. Sinnlos. Völlig vergeudete Zeit, die man dort mit uninteressanten Leuten verbringt. Mifti (Jasna Fritzi Bauer) schwänzt lieber. Seitdem ihre Mutter gestorben ist, wohnt die 16-Jährige in einer merkwürdigen Wohngemeinschaft in Berlin. Ab und an kümmert sich ihre Schwester Anika (Laura Tonke), eine „dumme Schlampe“, um sie.

Ihren wohlhabenden Vater (Bernhard Schütz) sieht Mifti selten. Es ist immer Geld da, von dem sie leben kann. Und dieses Leben findet für das selbst ernannte „Arschkind“ meistens nachts, mit Drogen oder Alkohol, in Clubs und mit ihrer Freundin Ophelia (Mavie Hörbiger) statt. Diese Schauspielerin kennt Mifti aus der Schulkantine. Dort musste Ophelia Sozialstunden leisten und hatte der aufmüpfigen Schülerin im Streit eine handvoll Spaghetti ins Gesicht geworfen. Ansonsten träumt Mifti von einer aufregenden Affäre mit der Kunsthändlerin Alice (Arly Jover). Auch würde sie sich gerne von einem Mann vergewaltigen lassen.

Mit „Axolotl Overkill“ hat Helene Hegemann ihren Erfolgsroman „Axolotl Roadkill“ aus dem Jahr 2010 verfilmt. Selbstredend hat sie als Autorenfilmerin in ihrer Tragikomödie einiges verändert. Aber letztlich bleibt vor allem der Ort der Handlung: Berlin. Was nur heißt, dass in keiner anderen Stadt von Deutschland annähernd so coole Menschen leben können. Bloß hat sich seit der Zeit, in der Helene Hegemann ihren Roman verfasste, einiges in Berlin getan. Mittlerweile trifft man hier viele völlig normale Menschen und Touristen, die sich die überlaufene Hauptstadt anschauen. Somit könnte „Axolotl Overkill“ fast wie ein nostalgischer Rückblick wirken, wenn die Bilder des Kameramanns Manuel Dacosse unter Hegemanns Eigenregie nicht so aufdringlich in ihrem Kunstwillen wären.

Eben dieser Wille zur Kunst durchzieht auf unangenehme Weise den vollständigen Film. Alles muss krass sein. Auch die Dialoge nebst ihren Inhalten sollen es sein. Dabei wirkt fast jedes rebellische Wort hohl, weil nie klar wird, gegen wen oder was genau sich Mifti auflehnt.

Das ist umso bedauerlicher, weil mit Jasna Fritzi Bauer eine hoch talentierte Schauspielerin die Hauptrolle spielt, die selbst ihrer schlicht gezeichneten Figur interessante Facetten abgewinnen kann. Die 28-Jährige bleibt die Einzige, die hin und wieder Interesse an der Geschichte von „Axolotl Overkill“ erregen kann. Wobei selbst in solch lichten Momenten nichts von Belang erzählt wird. Schwach

In folgenden Kinos
Frankfurt: Berger, Harmonie, Orfeos Erben

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