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Krimi „Die Nile Hilton Affäre“: Würde ist niemals käuflich

Von Unter der Regie von Tarik Saleh geht es um einen bestechlichen Kommissar, der infolge eines Mordfalls in Kairo zum besseren Menschen wird.
Kommissar Noredin (Fares Fares) ermittelt. Foto: 24 Bilder (Port au Prince Pictures) Kommissar Noredin (Fares Fares) ermittelt.

Krimis kommen nie aus der Mode. Im Gegenteil: Mörderische Geschichten erfreuen sich steigender Beliebtheit. Überall begegnet man wackeren Ermittlern, die den Tätern auf der Spur sind – zwischen Buchdeckeln, auf dem Fernsehbildschirm und auf der Kinoleinwand. Weil das Publikum den Nervenkitzel liebt, verbunden mit dem intellektuellen Vergnügen, düstere Geheimnisse zu enträtseln. Und weil sich das Genre für Produzenten bestens dazu eignet, mehr oder weniger verdeckte Sozialkritik zu üben. Insbesondere die Filme der „Schwarzen Serie“ mit ihren zynischen Schnüfflern und einer zutiefst pessimistischen Weltsicht haben immer wieder die Aufmerksamkeit auf gesellschaftliche Wunden gezogen. Angefangen mit „Die Spur des Falken“, über „Im Zeichen des Bösen“ bis hin zu „Chinatown.

Diesen Vorbildern huldigt der schwedische Autor und Regisseur Tarik Saleh auf gelungene Weise in „Die Nile Hilton Affäre“. Sein Kriminalfall basiert auf einem wahren Verbrechen und spielt vor dem Hintergrund des arabischen Frühlings im Jahr 2011. Während auf den Straßen von Kairo der Protest gegen Ägyptens Präsidenten Mubarak explodiert, wird im Hilton Hotel die Leiche einer bekannten Sängerin entdeckt. Die Untersuchungen übernimmt Kommissar Noredin (Fares Fares), der wie jeder in der Stadt für Bestechungsgelder empfänglich ist. Doch als seine Vorgesetzten den offensichtlichen Mord als Selbstmord vertuschen wollen und das Zimmermädchen Salwa (Mari Malek) mit brisanten Informationen herausrückt, regt sich das Gewissen des Polizisten.

Angetrieben durch die mahnenden Worte seines Vaters, dass Würde niemals käuflich sei, legt sich Noredin mit hochrangigen Kreisen an, die in die Affäre verstrickt sind. Das bringt nicht nur sein Leben in Gefahr, sondern spiegelt auch trefflich das Aufbegehren seiner Landsleute gegen die Staatsführung. Wiederholt rückt Tarik Saleh die Demonstranten ins Bild, eingepfercht zwischen Häuserzeilen, deren Fassaden gleichsam mit den menschlichen Werten verfallen sind. Der Wunsch des Volkes nach Gerechtigkeit scheint von vornherein zum Scheitern verurteilt, ebenso wie Noredins Fahndung nach den Schuldigen. Hauptdarsteller Fares Fares verleiht ihm die passende Aura wütender Hilflosigkeit. Er weiß, wie es am Ende laufen wird: Die Aufrechten leiden, die Übeltäter gehen beruhigt schlafen. Die düstere Botschaft eines klassischen, hochspannenden Film noir. Sehenswert

 

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