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Zart entfaltet sich die Morgenstimmung

Von Zum Saisonauftakt der Museumskonzerte gastierte Stargeiger David Garrett in der Frankfurter Alten Oper.

Es dauerte bis zur zweiten Zugabe: Dann erst spielte David Garrett ein kleines Stück aus dem weiten Crossover-Feld seines Repertoires, Michael Jacksons "Smooth Criminal". Flott, virtuos klang das, viel Applaus gab es dafür. David Garrett, 1980 in Aachen geborener Sohn deutsch-amerikanischer Eltern, ist nicht der erste Geiger mit klassischer Ausbildung, den seine Fans fürs Wandeln zwischen den Stilen lieben. Einst hat Nigel Kennedy diese Nische erfolgreich besetzt.

Als sich David Garrett nun zum Saisonauftakt der Museumskonzerte ans klassische Repertoire erinnerte, durfte man sich einerseits über manch jüngeren Besucher mehr freuen. Zugleich konnte David Garrett als Solist des Opern- und Museumsorchesters unter Sebastian Weigle aber auch seine Seriosität im klassischen Repertoire beglaubigen, mit Max Bruchs 1868 uraufgeführtem Konzert für Violine und Orchester Nr. 1 g-Moll op. 26. Garrett gestaltete das konzise Vorspiel, auch den gesanglich ausschwingenden langsamen Satz mit tadellos schlanker, präziser, dynamisch fein ausgestaffelter Tongebung. Einzig im Finale blieben manche verschliffenen Übergänge, einzelne bloß trocken aufgerissene Tiefen Geschmacksache. Dass Weigle den Solisten eng in die Abstimmung mit dem Orchester einband, war nicht zu übersehen. Als erste seiner beiden Zugabe ließ Garrett einen Satz aus der ersten Solo-Partita von Johann Sebastian Bach folgen.

Romantisches Kernrepertoire prägte das weitere Programm des Konzerts. Edvard Griegs Suite Nr. 1 op. 46 aus der Schauspielmusik zu "Peer Gynt" klang unter Weigles Leitung bei aller Opulenz der Streicher-Besetzung gerade im tönenden Bild der "Morgenstimmung" lyrisch zart, fein, durchwärmt. Und in Peter Tschaikowskys Sinfonie Nr. 4 f-Moll op. 36 exponierten die Blechbläser des Opern- und Museumsorchester ihre markanten Schicksals-Fanfaren in den Ecksätzen so zuverlässig wie die Streicher ihre flüchtig-delikaten, durchweg eleganten Pizzicati im Scherzo.

Die überzeugende Orchesterleistung sollte also auch den ein oder anderen Garrett-Fan zum Wiederkommen motivieren.

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