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Zentrum Kulturgutverluste: „Ungeheuer viel zu tun”

Seit zwei Jahren gibt es das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste in Magdeburg. Es soll die Suche nach NS-Raubgut ankurbeln und Museen unterstützen. Längst nicht alle sind mit Engagement dabei.
Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste in Magdeburg sieht bei Museen ein wachsendes, aber noch immer nicht ausreichend großes Interesse an der Forschung zu NS-Raubkunst. Foto: Jens Wolf Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste in Magdeburg sieht bei Museen ein wachsendes, aber noch immer nicht ausreichend großes Interesse an der Forschung zu NS-Raubkunst. Foto: Jens Wolf
Magdeburg. 

Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste sieht bei Museen ein wachsendes, aber noch immer nicht ausreichend großes Interesse an der Forschung zu NS-Raubkunst.

„Wir machen Fortschritte, aber es sind noch längst nicht genug Einrichtungen”, sagte der ehrenamtliche Vorstand der in Magdeburg ansässigen Stiftung, Uwe Schneede, der Deutschen Presse-Agentur. „Von den 18 größten Kunstmuseen Deutschlands haben nur 7 eine feste Stelle für die Provenienzforschung. Das ist erschütternd.”

Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste wurde vor zwei Jahren in Magdeburg etabliert. Die Stiftung ist national und international die zentrale Stelle auf diesem Gebiet. Im Mittelpunkt stehen das im Nationalsozialismus entzogene Kulturgut vor allem aus jüdischem Besitz, das NS-Raubgut. Es geht zunehmend aber auch um Kulturgutverluste während der sowjetischen Besatzung in der DDR.

„Der Aufbau des Zentrums hat sich hingezogen. Jetzt steht das Zentrum”, sagte Schneede. In Magdeburg gebe es nun 21 Mitarbeiter. Im Jahr 2016 seien 49 Projekte bewilligt und mit einem Volumen von nahezu vier Millionen Euro gefördert. 2015 hatten den Angaben zufolge 63 Projekte mit einer ebensolchen Summe profitiert. Schneede betonte: „Es wird kein Antrag aus finanziellen Gründen abgelehnt.”

Für das gerade begonnene Jahr sei der Ansatz im Wirtschaftsplan von 3 Millionen Euro auf 3,4 Millionen Euro erhöht worden. Ob der Bund - wie in den Vorjahren - darüber hinaus Sonderzuweisungen für die Projektförderung bereitstellen werde, stehe noch nicht fest.

Auf lange Sicht wird die Forschung zum NS-Raubgut in Museen, Bibliotheken und anderen Einrichtungen noch nötig sein, wie Schneede betonte. „Die Aufgabe ist dauerhaft. Es gibt noch hunderttausende Werke in den deutschen Museen, die zu prüfen sind. Da ist noch ungeheuer viel zu tun.” Die Stiftung sehe ihre Rolle nicht nur als die eines Geldgebers: „Beratung spielt eine enorme Rolle”, sagte Schneede weiter. „Wir wollen animieren, an die Arbeit zu gehen.”

(dpa)
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