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„Louder than Bombs“: Zu Hause gäb’s genügend Sprengstoff

Von In „Louder than Bombs“ erzählt der norwegische Filmemacher Joachim Trier von einer Familie, in der jedes Mitglied völlig vereinsamt ist.
Jonah (Jesse Eisenberg) ist nicht gerade glücklich. Foto: Mfa (MFA) Jonah (Jesse Eisenberg) ist nicht gerade glücklich.

Der 15-jährige Conrad (Devin Druid) ist so unglücklich wie er aussieht. Er hat keine Freunde und treibt sich nach der Schule allein in New York herum, denn zu Hause wartet nur ein Computerspiel. Die Mutter (Isabelle Huppert) ist vor drei Jahren gestorben und war zuvor als Kriegsfotografin meistens verreist. Der Vater (Gabriel Byrne) ist als Lehrer zwar besorgt um seinen jüngeren Sohn, hat aber längst die innere Verbindung zu ihm verloren. Conrads älterer Bruder Jonah (Jesse Eisenberg) ist der Einzige, mit dem der Pubertierende richtig redet. Von ihm könnte Conrad auch bald erfahren, unter welchen Umständen ihre Mutter bei dem Autounfall wirklich ums Leben kam.

Was das lähmende Unglück von Familien betrifft, so hat der norwegische Filmemacher Joachim Trier (Jahrgang 1974) einen berühmten Landsmann und künstlerischen Vorfahren: Henrik Ibsen. Dessen Theaterstücke („Gespenster“) künden davon, dass die sprachlosen seelischen Qualen gefährlicher als Sprengstoff und „Louder than Bombs“ sein können, wenn es um die häusliche Harmonie geht. Doch während Ibsen wie ein Analytiker arbeitet, der Indizien sichert, um irgendwann die Ursachen des Unglücks ergründen zu können, verharrt Joachim Trier bei der Spurensicherung. Für jedes Wie liefert er einen Hinweis, aber für kein Warum je einen Beweggrund. Und so kündet sein Film zwar ausgiebig von der quälenden Einsamkeit seiner Figuren, bleibt aber trotz der namhaften Schauspieler gefühlskalt und fremdartig. Schwach

 

Frankfurt: Mal seh’n (OmU)

 

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