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Neue Verfilmung von Lewis Carrolls Roman: Zurück ins Wunderland

Von Vor sechs Jahren machte Regisseur Tim Burton mit der kongenialen Verfilmung von Lewis Carrolls Roman „Alice im Wunderland“ Furore. Jetzt hat sich James Bobin an einem zweiten Teil versucht.
Spieglein, Spieglein: Alice (Mia Wasikowska, rechts) trifft im Wunderland auf den verrückten Hutmacher (Johnny Depp), dessen strahlend orangefarbene Locken vor Kummer weiß geworden sind. Der arme Kerl vermisst seine Familie, und Alice soll sie suchen. Foto: Peter Mountain (Disney Enterprises, Inc.) Spieglein, Spieglein: Alice (Mia Wasikowska, rechts) trifft im Wunderland auf den verrückten Hutmacher (Johnny Depp), dessen strahlend orangefarbene Locken vor Kummer weiß geworden sind. Der arme Kerl vermisst seine Familie, und Alice soll sie suchen.

Mit „Alice im Wunderland“ landete Tim Burton vor sechs Jahren seinen bisher erfolgreichsten Film. Das weltweite Einspielergebnis von mehr als einer Milliarde Dollar war allerdings nicht nur dem Regie-Genie geschuldet, sondern vor allem der frisch hereinbrechenden 3 D-Euphorie zu verdanken. Ein Jahr nach James Camerons „Avatar“ war „Alice im Wunderland“ der zweite große Blockbuster, in dem das moderne High-Tech-Kino stolz präsentierte, was es in der dritten Dimension so alles drauf hatte.

Während Burtons schrill-bunt mäanderndes Kinomärchen dem bekennenden Nonsens-Geist der Romanvorlage von Lewis Carroll aus dem Jahre 1865 weitgehend treu blieb, verliert nun die unvermeidliche Fortsetzung „Alice im Wunderland: Hinter den Spiegeln“ unter der Regie von James Bobin den Glauben an die frei fluktuierende Erzählung. Aus Carrolls Romanfortsetzung borgt sich Drehbuchautorin Linda Woolverton („Maleficent“) nur die Exposition und eine Handvoll Figuren, um sich dann in einem standardisierten Zeitreiseplot zu ergehen.

Von Abenteuern auf hoher See und in fernen Ländern kehrt die selbstbewusste Alice (Mia Wasikowska) ins viktorianische England zurück, nur um zu erfahren, dass ihre Mutter Haus und Schiff verpfändet hat, um die Tochter in ein bürgerlich damenhaftes Leben hineinzuzwingen. Grund genug, durch einen Spiegel hindurch zurück ins Wunderland zu steigen, wo die alten Freunde voller Sorge sind, weil der verrückte Hutmacher (Johnny Depp) an schweren Depressionen leidet und über den Verlust seiner Familie vor vielen Jahren nicht hinwegkommen kann. Deshalb macht sich Alice auf zu einem Mann namens Zeit (Sacha Baron Cohen), um das Rad der Geschichte zurückzudrehen.

Regisseur Bobin („Die Muppets“) hat den ganzen Zauberkasten seines Vorgängers Tim Burton, der hier nur noch als Produzent fungierte, übernommen: Die Kostüme sind spektakulär, die Farben prächtig, die Effekte beeindruckend. Aber das überbordende Design und das protzige Digitalfeuerwerk streichen die Ideenarmut der Routinehandlung nur noch deutlicher heraus. Abgeschmackt sind hier nicht nur der austauschbare Zeitreiseplot, sondern auch die psychologischen Motivationen der Figuren.

Am Schluss wird alles wieder schön eingerenkt und der Wert intakter Familienbeziehungen und Freundschaften überdeutlich herausgestrichen. Vom freien Geist Carroll’scher Fantasie bleiben „Hinter den Spiegeln“ nur noch oberflächliche Reflexe übrig. Schwach

 

Von morgen an! Frankfurt: Cinestar, E-Kinos, Metropolis. Sulzbach: Kinopolis. Limburg: Cineplex. Mainz: Cinestar. Offenbach: Cinemaxx. Hanau: Kinopolis

 

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