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Filmstart von "Legend": Zwei Bosse für die Unterwelt

Von Tom Hardy spielt in dem Mafia-Film "Legend" die Zwillingsbrüder Kray, die im London der 60er Jahre das organisierte Verbrechen beherrschten.
Reggie und Ronnie (beide Tom Hardy) lehren das Fürchten. Foto: Studiocanal (StudioCanal) Reggie und Ronnie (beide Tom Hardy) lehren das Fürchten.

Tom Hardy war vor wenigen Jahren nahezu unbekannt. Heute kommt niemand mehr an dem Mann mit der tiefen Stimme und der etwas nuscheligen Aussprache vorbei. Hardy war ein herausragender Batman-Gegenspieler in „The Dark Knight rises“, überzeugte als Held in „Mad Max: Fury Road“ und brilliert derzeit in dem Western „The Revenant“ (siehe oben) als schurkischer Pelzjäger.

In dem Mafiafilm „Legend“ liefert der 38-jährige Londoner eine One-Man-Show ab, die ein ansonsten wenig legendäres Werk entscheidend aufwertet. Besser gesagt ist es eine Two-Man-Show, denn Hardy spielt eine Doppelrolle: die Zwillinge Reggie und Ronnie Kray. Die Krays regierten in den 60er Jahren die Londoner Unterwelt. „Die ,Beatles’ und die ,Rolling Stone’s waren die Herrscher der Popmusik, Carnaby Street beherrschte die Modewelt, und ich und mein Bruder herrschten über London. Wir waren unantastbar“, lautet ein Zitat von Ronnie Kray.

Mit ihrer Bande „The Firm“ waren sie an Raubüberfällen und Schutzgelderpressung beteiligt. Im Milieu wurden die Brüder gefürchtet, da sie kompromisslos gegen die Konkurrenz vorgingen. Äußerlich glichen die beiden einander, doch charakterlich waren die Kray-Zwillinge sehr verschieden. Reggie galt als ein kühl berechnender Geschäftsmann, Ronnie hingegen als Psychopath mit homosexuellen Neigungen. Seine Affäre mit einem Abgeordneten des britischen Parlaments sorgte für Schlagzeilen. Allerdings garantierten die engen Bande der Nachtclubbesitzer zu prominenten Politikern und Stars wie Frank Sinatra auch eine gewisse Immunität seitens der Justiz. Bis es Scotland Yard im Jahr ’68 schließlich gelang, das Verbrecher-Paar lebenslang ins Gefängnis zu bringen.

Die Geschichte der Krays wurde vor 25 Jahren schon einmal von Peter Medak verfilmt, mit dem echten Brüdergespann Martin und Gary Kemp in den Hauptrollen. Die Neufassung von Brian Helgeland („L.A. Confidential“) verlegt sich auf die kurze Ehe zwischen Reggie und Frances Shea (Emily Browning). Die Idee erweist sich nicht als Glücksgriff. Zum einen kann Emily Browning nicht gegen Tom Hardy anspielen und bleibt in ihrem Ausdruck eindimensional. Zum anderen nimmt sich Helgeland große künstlerische Freiheit bei der Erzählung der Love Story und fälscht die historischen Fakten. Frances beging nicht Selbstmord, wie im Film dargestellt, sondern wurde von Ronnie Kray umgebracht, weil er seinen Bruder für sich allein haben wollte. Diese echte Wendung wäre deutlich spannender gewesen und von einem Martin Scorsese sicherlich verwendet worden, dessen „Goodfellas“ für viele Szenen Pate stand.

Doch an Scorsese reicht Helgeland nicht heran, so sehr er sich auch um eine prickelnde „Swinging-Sixties“-Atmosphäre bemüht. Zu grob ist die Erzählweise des Gangsterlebens, ohne jede Feinheit und Gefühlsstärke. Bekannte britische Schauspieler wie David Thewlis und Paul Bettany werden an nichtssagende Nebenrollen verschwendet. So bleibt es bei Tom Hardy, den Film zu tragen. Das gelingt ihm hervorragend. Nicht allein, dass er konträre Charaktertypen facettenreich darstellt. Hardy verkörpert gleichzeitig zwei Seiten derselben Medaille: den Konflikt zwischen Intellekt und Instinkt, dem Logischen und dem Animalischen, der in jedem Menschen unaufhörlich tobt. Annehmbar

 

Frankfurt: E-Kinos, Metropolis.
Sulzbach: Kinopolis. Limburg: Cineplex. Hanau: Kinopolis. Mainz: Cinestar

 

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