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Japanischer Musiker in Frankfurt: „Kill Bill“ hinter der Hauptwache

Der japanische Rockmusiker Hotei hat sich einen Namen gemacht und sein jüngstes Album „Strangers“ veröffentlicht. Nun gastiert er im Frankfurter „Zoom“.
Rockmusiker Hotei hat sein eigenes Gitarrenmuster. Rockmusiker Hotei hat sein eigenes Gitarrenmuster.

Man kann nicht gerade sagen, dass Tomoyasu Hotei, kurz: Hotei, in hiesigen Breitengraden besonders bekannt wäre. Es sei denn, man wüsste, dass er 2014 schon im „Tokyo Dome“ mit den „Rolling Stones“ gespielt hat oder in Quentin Tarantinos Samurai-Western-Revue „Kill Bill“ das epochale Lied „Battle Without Honor Or Humanity“ zum Soundtrack beigesteuert hat. Und so ist es auch kein Wunder, dass Hotei am 11. April in Frankfurt im „Zoom“ spielt. In seiner Heimat Japan füllt Hotei bereits Riesenhallen, denn dort ist er mit 40 Millionen verkaufter Tonträger ein absoluter Superstar. Seit er mit seiner Band „Boøwy“ in den 80er Jahren die erste Million Schallplatten verkaufte, hat Hotei dort Kult-Status. Der verfestigte sich insbesondere, seit er nach Auflösung der Band als Solo-Künstler von 1988 bis heute 16 Solo-Alben neben etlichen musikalischen Beiträgen veröffentlicht hat. Nebenher ist er auch noch bekannt als Schauspieler, Plattenproduzent und Komponist.

Eigenes Gitarrenmodell

Ein besonderes Aushängeschild seiner künstlerischen Vielfalt ist sein Gitarrenspiel. Ursprünglich inspiriert vom funkigen Gitarren-Sound von Carlos Alomar, dem früheren Gitarristen von David Bowie in den 70er Jahren, hat er über die Zeit hinweg seinen Stil und seinen Sound zu seinem ureigensten Erkennungsmerkmal weiterentwickelt. Die Gitarre beherrscht der 55-jährige so meisterlich, dass er von einer Gitarrenfabrik seit Jahren immer ein eigenes, nach seinen Wünschen angefertigtes Modell mit ganz persönlichem Design geliefert bekommt.

Um seinen künstlerischen Wirkungsbereich zu erweitern, hat Hotei, der neben Japanisch auch perfekt Englisch und Deutsch spricht, sich im Jahr 2012 mit seiner Familie in London niedergelassen. Und so ist auch die aktuelle Scheibe „Strangers“ von 2015 seine erste außerhalb Japans erschienene. Produktionstechnisch hat sie einen sehr internationalen Anstrich und verzichtet komplett auf östliche Einsprengsel. Das Singen überlässt Hotei hier gerne einmal anderen Stars. Ein Anruf genügte, und Iggy Pop sang in den beiden Stücken „How The Cookie Crumbles“ und „Walking Through The Night“. Ein weiterer Anruf erfolgte, und Richard Kruspe von „Rammstein“ sagte zu, sang und spielte Gitarre mit dem Mann aus dem Fernen Osten. Und selbst Jüngere, wie der Sänger Matt Truck von „Bullett For My Valentine“ oder Sängerin Shea Seger, waren mit von der Partie, um der Platte eine spezifische Ausformung und sehr viel Abwechslung zu geben.

Harter Metallklang

Harter metallischer Groove, kalte Keyboardflächen in Richtung Industrial bilden hier den Grundklang, auf dem sich ein sehr melodiöses, filigranes Gitarrenspiel mit einer ganz eigenen futuristischen Färbung aufsetzt. Bei einem Lied wie „Texas Groove“ kann Hotei aber auch durchaus problemlos in einen wärmeren „ZZ Top“-Stil übergleiten.

Seinen internationalen Karrieresprung verdeutlicht auch die Songauswahl bei seinen europäischen Konzerten, die mit neu zusammengestellter Liveband besonders an der aktuellen Platte ausgerichtet sind und japanisch gesungene Titel der vergangenen Alben in den Hintergrund treten lassen. Insgesamt hat Hotei aber eine ganze Menge an eigenen Klassikern, Instrumentals und Coverversionen im Repertoire, sodass man schnell versteht, was das Außergewöhnliche dieses Musikers über so einen langen Zeitraum ausmacht. Für diejenigen, die ihn kennen, ist sein Konzert im kleinen Frankfurter Musikclub „Zoom“, als würden Bruce Springsteen oder die „Scorpions“ dort auftreten. So nahe und unmittelbar wie bei seiner Deutschland-Tour, die auch nach Hamburg, Berlin und Köln führt, wird man diesen Ausnahmekünstler in anderen Breitengraden nicht erleben dürfen. Und in Japan schon gar nicht.

 

„Zoom“, Brönnerstraße 5–9, Frankfurt. 11. April, 21 Uhr. Karten zu 24,85 unter Hotline 01806-57 00 70.
Internet www.eventim.de

 

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