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Frankfurter Städelschule: „Wir bieten auch Vorträge“

Seit dem Jahr 2014 leitet der belgische Kunsthistoriker Philippe Pirotte die Frankfurter Städelschule. Zum Jubiläum hat der Rektor ein Sommerprogramm geplant.
Der belgische Kunsthistoriker Philippe Pirotte ist Rektor der Städelschule. Foto: christoph boeckheler 0049.1702932067 mail@boeckheler.com Der belgische Kunsthistoriker Philippe Pirotte ist Rektor der Städelschule.

Bevor Philippe Pirotte (45) an die Städelschule kam, leitete er die Kunsthalle Bern. Der in Antwerpen Geborene studierte Kunstgeschichte in Gent und arbeitete unter anderem schon für die Kunstbiennale Venedig. In seiner Funktion als Städelschul-Rektor leitet Pirotte auch die Ausstellungshalle Portikus. Christian Huther sprach mit dem Fachmann.

Herr Pirotte, wie feiern Sie das 200-jährige Bestehen der Schule?

PHILIPPE PIROTTE: Das Jubiläum nehmen wir zum Anlass, um nicht so sehr zurückzublicken, sondern wir überlegen, was die Städelschule heute ausmacht und wie es weitergehen kann. Unsere Studierenden planen spannende Projekte im öffentlichen Raum und in der Studierendengalerie Johan im Campus Dürerstrasse, die unseren Festakt im Römer begleiten. Außerdem haben wir den Rundgang dieses Jahr in den Sommer verschoben und verlängert. Vom 1. bis 5. Juni wird also rund um die Städelschule sehr viel passieren, am 16. Juni folgt eine Benefiz-Auktion im Städelmuseum. Ich freue mich besonders darüber, dass viele Galerien und Kunsträume Arbeiten unserer Absolventen im Sommer präsentieren werden.

Und was erwartet uns in der Ausstellungshalle Portikus, zu deren 30-jährigem Bestehen?

PIROTTE: Der Portikus feiert seinen Geburtstag von Juli bis September mit einem Sommer-Programm. Das beinhaltet Film-Screenings im Garten auf der Maininsel und einige Solo-Projekte im Stadtraum. Wir arbeiten unter anderem mit Kerstin Cmelka, Anne Speier und Tobias Rehberger zusammen.

Die Städelschule hat einen exzellenten Ruf, aber eine miserable Finanzausstattung. Was wird mangels Geld nicht realisiert?

PIROTTE: Miserabel würde ich nicht sagen, aber unsere finanzielle Situation ist schwierig gewesen, ja. Wir können dennoch Symposien realisieren, zuletzt in Kooperation mit der Goethe-Uni. Wir veröffentlichen auch Publikationen und bieten unsere öffentlichen Vorträge stets auf hohem Niveau an.

Und was soll sich 2019 ändern, wenn die Schule nicht mehr von der Stadt, sondern vom Land Hessen finanziert wird?

PIROTTE: Der Wechsel zum Land Hessen wird uns vor allem eine langfristigere Planungssicherheit gewährleisten. Ich freue mich über das große Engagement der Stadt Frankfurt und ihrer Bürger für die Städelschule. Und ich hoffe, dass wir zukünftig gemeinsam mit dem Bildungsministerium die Hochschule so mutig und experimentierfreudig betreiben können wie bisher. Das Bekenntnis der öffentlichen Hand zu einer Institution wie der Städelschule bedeutet in dieser Hinsicht wirklich viel!

Sie sind seit drei Jahren Rektor. Was haben Sie bisher verändert, was möchten Sie noch ändern?

PIROTTE: Ich bin sehr froh darüber, dass wir tolle Gastprofessoren einladen konnten: Hassan Khan, Otobong Nkanga, Shahyar Nashat, Ed Atkins, Laure Prouvost und Mark von Schlegell sind Künstler, die wichtige Impulse für die Lehre geben. Auch das Ausstellungsprogramm im Portikus unter der Leitung von Fabian Schöneich hat sich wunderbar entwickelt. Dass es uns im Jubiläumsjahr gelingt, zwei Symposien und eine Reihe von Publikationen zu realisieren, an denen Studierende und Absolventen mitarbeiten, sehe ich auch als Zeichen dessen, wie ich mir gemeinsames Lernen vorstelle. Wir sollten weiterhin den kritischen Diskurs stärken und uns offen auf neue Diskussionen einlassen, zum Beispiel über die Herausforderung des Digitalen und über unsere Welt, die physisch kleiner, aber psychisch viel größer und komplexer geworden ist. Wenn wir dies tun, sind wir, denke ich, auf einem guten Weg.

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