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Königin Máxima trauert um ihren Vater

Er war der Vater der Königin - aber auch Teil eines Regimes, das in Argentinien eine Schreckensherrschaft führte. Nun ist der Vater von Königin Máxima tot. Und das soll ihre Privatsache bleiben.
Königin Máxima der Niederlande mit ihrem Vater Jorge Zorreguieta 2016 in Buenos Aires. Foto: Patrick van Katwijk Königin Máxima der Niederlande mit ihrem Vater Jorge Zorreguieta 2016 in Buenos Aires.
Amsterdam. 

Die niederländische Königin Máxima (46) trauert um ihren argentinischen Vater Jorge Zorreguieta. Er starb im Alter von 89 Jahren in Buenos Aires an Lymphdrüsenkrebs.

Bei Máximas Untertanen hält sich jedoch die Trauer in Grenzen: Zorreguieta steht für jene Verwandtschaft, mit der man am liebsten möglichst wenig zu tun hätte. So ließ auch der niederländische Hof wissen, König Willem-Alexander (50), Máxima sowie die Prinzessinnen Amalia (13), Alexia (12) und Ariane (10) wollten als Privatpersonen am Begräbnis teilnehmen. Denn offiziell war Zorreguieta in den Niederlanden unerwünscht.

Weder bei der Hochzeit von Willem-Alexander und Máxima Zorreguieta 2002 noch bei der Krönung von Willem-Alexander im April 2013 durfte Jorge Zorreguieta dabei sein. Als Staatssekretär für Landwirtschaft gehörte er von 1976 bis 1981 der Regierung von General Jorge Rafael Videla an, der sich an die Macht geputscht hatte. Vorher war Zorreguieta ein hoher Funktionär der Vereinigung der Großgrundbesitzer, die maßgeblich an der Planung des Staatsstreichs mitgewirkt hatte. Von den Verbrechen und Morden des Videla-Regimes wollte Zorreguieta nichts mitbekommen haben.

„Heute ist der Tag, an dem wir mit Königin Máxima mitfühlen, die ihren Vater verloren hat - nicht der Tag, um Zorreguieta zu beurteilen”, formulierte Ministerpräsident Mark Rutte am Mittwoch. Gleich nachdem die aufblühende Liebe von Willem-Alexander und der schönen blonden Máxima bekannt geworden war, hatte das politische Vorleben des königlichen Schwiegervaters für viel Aufsehen gesorgt.

Der damalige Kronprinz hatte 2001 unbeholfen versucht, Journalisten mit einem Verweis auf einen Leserbrief in einer argentinischen Zeitung zu überzeugen, Zorreguieta habe sich nichts zuschulden kommen lassen. Verfasser des Briefs war allerdings Videla. Der damalige Regierungschef Wim Kok berichtete später, er habe den Prinzen nächtens („Ich war wirklich sehr böse”) angerufen und eine Richtigstellung verlangt. Wenig später sagte Máxima, neben Willem-Alexander sitzend, der künftige Ehemann habe „ein bisschen dumm” gehandelt. Kok hatte den Prinzen wissen lassen, er wolle diese Art von Klarstellung haben.

Der Schwiegervater durfte auf Beschluss der Regierung nicht bei offiziellen Anlässen auftauchen - allerdings war er bei Familienfesten, etwa Taufen der Enkeltöchter, wohlgelitten. Dabei hielt er sich stets von Journalisten fern.

Ein schon 2001 eingesetzter Sachverständiger hatte festgestellt, es sei „undenkbar”, dass Zorreguieta nicht von den Verbrechen des Videla-Regimes gewusst habe. 2001 und 2011 versuchten Angehörige von Opfern vergeblich, die niederländische Justiz zur Strafverfolgung in Sachen Zorreguieta zu zwingen. „Als ich Königin Beatrix zuwinkte, winkte auch er mir zurück”, berichtete 2011 schockiert eine Niederländerin, deren Vater vom Videla-Regime ermordet wurde: „Es ist inakzeptabel, dass dieser Mensch frei rumläuft.”

„Máxima verliert ihren besten Freund”, schrieb die Zeitung „Telegraaf” jetzt. Mehrmals feierte die königliche Familie der Niederlande Weihnachten im Familienkreis auf dem Landsitz La Angostura in den argentinischen Anden. Ende 2014 kursierten schon einmal Gerüchte, Máximas Vater sei gestorben. Die Königin trug es mit Fassung: „Ich weiß, dass es ihm ziemlich gut geht. Das ist mein schönstes Weihnachtsgeschenk.”

(Von Dieter Ebeling, dpa)
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