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Kollegah distanziert sich von Auschwitz-Zeilen

Der Gangster-Rapper Kollegah zeigt sich geläutert und ist von den umstrittenen Textzeilen über Auschwitz und den Holocaust deutlich abgerückt. Sein Besuch in Auschwitz habe ihn verändert.
Der Rapper Kollegah sieht die Welt anders, seit er die KZ-Gedenkstätte Auschwitz besucht hat. Foto: Jens Kalaene Der Rapper Kollegah sieht die Welt anders, seit er die KZ-Gedenkstätte Auschwitz besucht hat.
Düsseldorf. 

Der Gangster-Rapper Kollegah hat sich von den Auschwitz- und Holocaust-Textzeilen auf seinem Album „Jung, brutal, gutaussehend 3” distanziert. „Ich werde so etwas nie wieder benutzen”, sagte Kollegah im Interview mit dem Magazin „Stern”.

Das inzwischen als jugendgefährdend indizierte Album „JBG 3” hatte bei der Echo-Verleihung einen Eklat verursacht, der zur Abschaffung des Musikpreises führte.

Kritik lösten besonders die Passagen „Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen” und „Mache mal wieder 'nen Holocaust” aus. „Wir haben eingesehen, dass das echt verletzend sein kann”, sagte Kollegah nun. „Ich habe, auch nach dem Besuch von Auschwitz, großen Respekt davor”, erklärte der Musiker, der mit bürgerlichem Namen Felix Blume heißt.

Der Besuch habe ihn sehr verändert, sei eine „aufwühlende, klärende Erfahrung” gewesen. „Wenn du mit eigenen Augen siehst, wie dort fabrikmäßig Menschen vergast wurden, vergisst du das nie.” Man werde „vorsichtiger und respektvoller”.

Er stehe „für Toleranz und gegen alle Vorurteile rassistischer oder religiöser Art”, sagte der 34-Jährige. „Die Zeit der Provokation ist vielleicht erst mal vorbei.” Er mache sich sehr viele Gedanken darüber, ob in seinen Songs etwas rassistisch verstanden werden könne.

„JBG 3” hatte Platin-Status erreicht und sich mehr als 200.000 Mal verkauft. Kollegah und Farid Bang hatten - einige Wochen nach dem Eklat - auf Einladung des Internationalen Auschwitz-Komitees die KZ-Gedenkstätte Auschwitz besucht. Kollegah vermarktet inzwischen sein erstes Buch: „Das ist Alpha! Die 10 Boss-Gebote”.

Kollegah verteidigte in dem Interview seine Entscheidung, für den Rapper Jigzaw Kaution zu hinterlegen, obwohl der einen Menschen mit einer Machete verletzt haben soll. Er habe Jigzaw im Januar entdeckt. Der habe in seinem Leben bislang Pech gehabt und die falschen Freunde kennengelernt. In der Szene gebe es aber „Diamanten, die ihr Herz am rechten Fleck haben”. Deshalb habe er Kaution hinterlegt. „Jetzt hat er die Gelegenheit, sich zu den Vorwürfen zu äußern. In der Form, in der er es am besten kann, als Rapper.”

(dpa)
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